REPORTAGE 05.06.2014

Hartes Training auf österreichischem Rasen

© KOSMO / Radule Božinović
KOSMO hat die kroatische Fußballnationalmannschaft in Bad Tatzmannsdorf besucht, wo sich die "Vatreni" ("die Feurigen") bereits zum dritten Mal in Folge auf einen großen Wettbewerb vorbereiten.


Das Städtchen Bad Tatzmannsdorf liegt 120 Kilometer von Wien entfernt und zählt ganze 1300 Einwohner. In dem malerischen Ort im Herzen des Burgenlands trainierten die Vatreni schon sie für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz 2008 und die EM in der Ukraine und Polen 2012. Die familiäre Atmosphäre spürt man hier auf Schritt und Tritt – von den kroatischen Fahnen, Wappen, den typischen karierten Dressen bis zu Grußbotschaften und der Unterstützung druch die Dorfbewohner.

Auch Kapitän Darijo Srna, der sich mit Schachtar Donezk gerade noch den ukrainischen Meistertitel geholt hat, ist ein häufiger Gast in Bad Tatzmannsdorf. „Die Unterkunft in Österreich wird jedes Mal immer besser und besser, wir werden rund um die Uhr umsorgt und haben alles, was wir uns wünschen können, vor allem Ruhe.“ Den ersten Anpfiff in der Arena Corinthians in Sao Paolo, wo Kroatien zum ersten Spiel gegen die Gastgeber antritt, kann der Kapitän kaum erwarten.

Training ist auch Kopfsache

Das bestätigt auch Trainer Niko Kovač: „Wir fühlen uns wie zuhause, alles ist auf höchstem Niveau“, sagte Kovač, der bereits 2008 für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz hier war.

Das Training für die WM ist nicht nur körperlich, sondern auch Kopfsache: „Wir haben Brasilien, Kamerun und Mexiko genau analysiert. Ich glaube, wir kennen auch 90 % ihrer Aufstellungen“, erklärt Kovač. Dass der Trainer auch von den Spielern höchste Disziplin und maximalen Einsatz fordert, war vom ersten Tag an klar.

Klare Regeln und Verbote


Niko Kovač ist Berlin geboren und aufgewachsen und galt schon immer als besonders disziplinierter Sportler. Er wirkt wie ein Spieler, der in der deutschen Fußballschule geprägt wurde. Und um nichts weniger erwartet er von seinen Nationalspielern.

So ist es den Spielern verboten, das Hotel zu verlassen, wenn sie zwei Trainings am Tag haben. Wenn sie nur eines haben, dürfen sie am Nachmittag außerhalb des Hotels spazieren gehen. Ausgänge nach dem Abendessen gibt es nicht und auch keine Entschuldigung, um nicht zum Frühstück, Mittagessen oder Abendessen zu erscheinen – alle müssen anwesend sein. Handys müssen ausschalten und alle ordentlich gekleidet sein – Flipflops oder „Schlapfen“ sind tabu. Bettzeit ist um 23.30 Uhr und Weckzeit spätestens um 9 Uhr. Ehefrauen und Freundinnen sind während der Vorbereitungen im Trainingslager unerwünscht und auch Zigaretten und Alkohol haben keinen Platz in der kroatischen Nationalmannschaft. Von der Mannschaft wird höchste Disziplin verlangt.

„Wir werden alles gaben“

Dieselben Regeln werden auch in Brasilien gelten, wo Kovačs Männer versuchen werden, ein Wunder zu vollbringen und die 4,5 Millionen Fußballexperten in Kroatien zufriedenzustellen.

„Wir haben die Möglichkeit, unser kleines Land vor Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt zu vertreten. Wir sind diejenigen, die die Brasilianer herausfordern und ihnen Kopfzerbrechen verursachen können“, schließt Kovač.

Sanja Vlahović-Zajić / KOSMO

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