SPORT 14.03.2014

Wo bleibt unser Fall Hoeneß?

© zVg.
Während wir als Normalsterbliche oft nur für schöne Tore und den Sieg unserer Clubs leben, vergessen wir in unserer Euphorie gerne, dass der Fußball für manche vor allem ein großes Geschäft ist. Und was für ein Geschäft!


Dass sich auf dem Rasen der großen Stadien weltweit oft alles um schwindelerregende Geldbeträge dreht, beweist nicht nur das Beispiel des gestern wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28 Millionen zu dreieinhalb Jahren verurteilten Bayern-München-Präsidenten Uli Hoeneß. Obwohl der Fall in Deutschland zweifellos eine Besonderheit darstellt, ist Hoeneß weder der erste noch der letzte Sportfunktionär, der sich an Fußballerkarrieren bereichert hat. Ganz im Gegenteil…

In der Hall of Shame befindet er sich in der Gesellschaft von zahlreichen anderen Managern wie dem legendären rumänischen Fußballer Georgij Popescu, wegen Geldwäsche zu drei Jahren Haft verurteilt. Nicht anders ergangen ist es dem Präsidenten des spanischen Clubs Sevilla, Jose Maria Del Nida, der wegen Veruntreuung gleich sieben Jahre ausgefasst hat. Auch der gefeierte niederländische Trainer Guus Hiddink wurde wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 1,4 Millionen Euro verurteilt. Erst kürzlich wurden ähnliche Anschuldigungen gegen Lionel Messi bekannt, ebenso wie gegen den gefeierten italienischen Trainer Fabio Capella, der wegen Hinterziehung von 16 Millionen Euro unter Verdacht steht.

Schmutzige Sport-Deals am Balkan

Wenn man liest, wer alles in die schmutzigen Deals der Fußballwelt verstrickt ist, stellte man sich die – wahrscheinlich berechtigte – Frage: Wo bleibt unser Fall Hoeneß in den Ländern Ex-Jugoslawiens? Wenn ich beispielsweise an das Paradebeispiel Zdravko Mamić, den mehr als nur umstrittenen Big Boss von Dinamo Zagreb. Wenn er nicht gerade vor laufender TV-Kamera Roma-Musikern 500er-Euro-Scheine zuschmeißt und mit verbalen Entgleisungen erneut die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist Zdravko Mamić in der Öffentlichkeit vor allem ein Synonym für sklavenhaft gestrickte Verträge mit seinen Spielern (siehe Fall „Eduardo da Silva“), Vetternwirtschaft (der Bruder und Sohn im Dinamo-Klub und in seiner Manageragentur) und ständige Interessenskonflikte. Und obwohl immer wieder von Ermittlungen die Rede ist, schafft er schon seit Jahren seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Genauso wie all die anderen kleinen Mamić´s des Balkan. Wie lange noch?

Petar Rosandić / KOSMO

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