PANORAMA 27.06.2014

„Wir wollten nicht emotionalisieren“

© zVg.
Am 28. Juni – just zum 100. Jahrestag des Sarajevo-Attentats – wird die neue Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum eröffnet. KOSMO war vor Ort.


Das Heeresgeschichtliche Museum (HGM) im Wiener Arsenal gehört zu den besten Kriegsmuseen der Welt. Eines der wertvollsten Exponate des Museums ist das sogenannte Sarajevo-Auto: der Wagen des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand, in dem er am 28. Juni 1914 in Sarajevo umgebracht wurde. Aus Anlass des 100-jährigen Jahrestages seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs hat das HGM eine neue Dauerausstellung zu diesem Thema für die Öffentlichkeit bereitgestellt.

„Die Ausstellung ist eine Hauptsäule der Aktivitäten Österreichs rund um den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs. Mit dem Heeresgeschichtlichen Museum verfügen wir über eine Institution, die ein wichtiges Ziel verfolgt: Niemals vergessen!“, sagte Verteidigungsminister Gerald Klug anlässlich der Ausstellungseröffnung. „Wir haben unsere Erster-Weltkrieg-Dauerausstellung mit Bedacht auf die neuesten historischen Erkenntnisse in diesem Bereich zusammengestellt“, sagte HGM-Direktor M. Christian Ortner anlässlich der Ausstellungseröffnung.

Neben der chronologischen Gliederung wurden auch räumliche, zeitliche und thematische Schwerpunkte des Zeitabschnittes von 1914 bis 1918 berücksichtigt. „Mit der neuen Dauerausstellung, die musealtechnisch die nächsten zehn bis 15 Jahre dauern, wollten wir nicht emotionalisieren“, sagte Ortner.

Besondere Unikate

Der Öffentlichkeit können dabei besondere Unikate gezeigt werden, etwa die Objekte zum Attentat von Sarajevo – vor allem das Automobil und die blutige Uniform des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand. Weitere Schmankerln der Ausstellung sind eine 38-cm-Haubitze, eine Panzerkuppel des östlichsten Vorposten der Donaumonarchie im galizischen Przemysl oder das Kolosaal von Albin Egger-Lienz „Der Namenlose 1914“. Auch ein Schiele befindet sich in dieser Ausstellung – obwohl der berühmte Maler nie ein Teil des österreichisch-ungarischen Kriegspropaganda war, hat er während des Krieges als Kohleheizer im HGM gearbeitet und ein Kriegsporträt gemalt.

Neben der Ausstellung „Jubel und Elend. Leben mit dem Großen Krieg 1914–1918“, die noch bis 9. November auf der Schallaburg läuft, bekommen Wien und Österreich noch eine wertvolle und durch zahlreiche Unikate bereicherte Dauerausstellung, die dem ersten globalen Konflikt der Menschengeschichte gewidmet ist. 

KOSMO-Redaktion

KOSMO-Special: Der Große Krieg


"Princip war weder Held noch Meuchelmörder"

Franz Ferdinand, mein Urgroßvater

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook