INTERVIEW 04.03.2014

„Wir schlagen die stärksten Gegner“

© zVg.
Nachdem die österreichische Handballnationalmannschaft bei der EM in Dänemark überraschte, hatten wir Gelegenheit, mit ihrem Torhüter Nikola Marinović zu sprechen.


Der in Belgrad geborene Sporteler begann beim Handballclub „Stari Grad“, von wo er 1996 zu „Crvena Zvezda“ und schließlich zum Handballclub „Lovcen Cetinje“ wechselte. Er lebt seit 2002 in Österreich wo er zuerst für West Wien und Bregenz spielte. Im Jahr 2009 fing er in der deutschen Liga an.

KOSMO: Wie waren Ihre Erfahrungen bei der Europameisterschaft in Dänemark?

Nikola Marinović: Auf der einen Seite hatten wir während der Meisterschaft enorme Unterstützung durch die dänischen Fans. Aber im Spiel gegen Dänemark selbst wurden wir mit einem doppelten Ausschluss gestraft. Aber das ist nur eine zusätzliche Lebens- und Sporterfahrung für jeden von uns. Im Endeffekt können wir wirklich zufrieden sein. Unser Ziel war eine Qualifikation für die Hauptrunde und uns gut zu präsentieren.

Welche Eindrücke hatten Sie, als Sie nach Österreich gekommen sind?

Zum ersten Mal bin ich 2002 hierher gekommen, und ich wusste nicht, was mich erwartete. Mein erster Club war West Wien. Ich liebe Österreich auf jeden Fall auch deswegen wie meine zweite Heimat, weil ich schon seit zehn Jahren für die Nationalmannschaft spiele. Ich kann sagen, dass ich es außerordentlich schätze, wie viele Menschen mir hier geholfen haben, und dass ich einen angenehmen Respekt genieße. Aus all diesen Gründen spiele ich gerne für Österreich.

Wie verstehen Sie sich mit den anderen Teammitgliedern aus dem ehemaligen Jugoslawien: Janko Božović, Damir und Marian Klopčić?

Es gibt auch viele jüngere Spieler, aber wir alle haben ein hervorragendesVerhältnis zueinander. Wir freuen uns über jedes Treffen der Mannschaft, weil wir wieder zusammen sind, denn wir spielen sonst in verschiedenen Teams.

Handball ist eine der härtesten Sportarten, in der Spieler auf Grobheiten der Gegner gefasst sein müssen. Glauben Sie, dass Erfahrung in Kampfsportarten, die Sie mitbringen, für diesen Sport vorteilhaft ist?

Ich würde eigentlich nicht sagen, dass solche Erfahrungen für einen Mannschaftssport nötig sind, sondern Intelligenz, Schnelligkeit und Geschicklichkeit sind sicher die Schlüsseleigenschaften jedes erfolgreichen Spielers.

Im Moment spielen sie in der deutschen Liga für den Club „Frisch auf Göppingen“. Ist der Stil aggressiver ist als in den Balkanligen?

Das Spiel in Deutschland ist ziemlich grob, was auch die Schiedsrichter tolerieren. Deswegen hat diese Liga auf internationalem Niveau derzeit einige Probleme. Trotz allem sind die Hallen immer voll und das Interesse ist riesig.

Am vierten März spielen Sie im „Multiversum“ in Schwechat gegen die Auswahl des Nachbarlandes Deutschland. Wie sind die Aussichten?

Wir spielen vor heimischen Publikum, das uns mit seiner Unterstützung durch diesen Zweikampf tragen wird. Wir werden versuchen, die Deutschen zu schlagen wie auch im letzten Spiel.

Interview: Josip Andrejevski / KOSMO

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