POLITIK 28.08.2014

Westbalkan-Konferenz: Bosnien ist das größte Sorgenkind

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel widmet sich den Balkanstaaten und lud zur ersten Konferenz dieser Art ein.

Heute kommen die Regierungsspitzen mehrerer, teilweise noch feindseliger Balkanländer in Berlin zusammen. So wird z.B. neben Serbien auch der Kosovo vertreten sein. Dass die Regierungschefs dieser beiden Länder überhaupt am gleichen Tisch sitzen und gemeinsam am Annährungsprozess an die EU arbeiten wollen, stellt schon allein einen Fortschritt dar.

Aussöhnung der Balkanstaaten

Merkel sei nicht nur um die Annäherung der Balkanländer an die EU bemüht, sondern an Aussöhnung dieser untereinander. Ihr Engagement soll deutschen Diplomaten zufolge einen triftigen Grund haben: Die Ukraine-Krise habe die Kanzlerin darin bestärkt, Probleme frühzeitig zu erkennen und diese Vorzubeugen, denn die Lage am Balkan ist weiterhin instabil. Auf der Tagesordnung sollen sich ebenso gemeinsame Projekte der Balkanländer befinden, welche zu einen dynamischeren Wirtschaftswachstum verhelfen sollen.

Sorgenkind Bosnien-Herzegowina

Derzeit sind Kroatien und Slowenien bereits Mitglieder der EU. Die anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens sind bei ihren Bemühungen um eine Aufnahme in die EU unterschiedlich weit. Dass Bosnien-Herzegowina als Sorgenkind der Region gesehen wird, überrascht wohl niemanden. Denn den drei dominierenden Bevölkerungsgruppen (Serben, muslimische Bosniaken und Kroaten) gelingt es kaum, gemeinsame Regierungs-und Verwaltungsinstitutionen zu etablieren.

Der Europäische Gerichtshof verurteilte Bosnien bereits 2009 wegen Diskriminierung anderer Bevölkerungsgruppen. Zu den Gästen der Konferenz zählen neben den Staatschefs der acht Balkanländer auch weitere hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Für 2015 ist bereits eine ähnliche Konferenz in Wien geplant.

KOSMO-Redaktion

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