GENUSS 03.12.2013

Wein vom Balkan mitten in Wien

© KOSMO
Dejan Panjičanin und Miloš Vrgović bieten im Restaurant Kotor in der Wiener Innenstadt wöchentliche Weinverkostungen mit Weinen vom Balkan an. KOSMO war bei der Weinverkostung dabei.


Gegenüber vom Kursalon Stadtpark, direkt am Schubertring, befindet sich eine dezent aber stimmungsvoll eingerichtete Vinothek, welche schon durch ihren hierzulande ungewöhnlichen Namen „Kotor“ Interesse hervorruft. Wenn man herein kommt hört ruhigen Jazz, auf Live-Instrumenten. Jeden Dienstag Abend kann man hier bei einer Weinverkostung Spitzenweine aus Südosteuropa probieren. Um etwa 19 Uhr werden die Gäste vom Veranstalter Dejan Panjičanin und der Lokaleigentümer Miloš Vrgović begrüßt.

Uns werden zunächst drei kroatische Winzer vorgestellt. Posip Stina, ein starker Spitzenweißwein von der Insel Brač, gefolgt von Rotweinen Trapan und Roxanich aus Istrien. Weitere Spitzenweine aus Serbien sollen demnächst auf der Karte stehen. Daneben werden Sorten aus Bulgarien, Makedonien oder Montenegro das Spektrum erweitern. In Österreich selten erhältliche Weine von Winzern wie Radovanović oder Budimir aus Zentralserbien und Kiš, sowie Zvonko Bogdan aus Vojvodina sind hier zu bekommen.

Neben der Verkostung, welche jeden Dienstag stattfindet, sind Weinkurse an Donnerstagen geplant. Gäste können Reservierungen abgeben oder werden per SMS über bevorstehende Veranstaltungen informiert. Natürlich werden der tägliche Punsch und „kuvana rakija“ - der warme Schnaps, gekocht nach dem Rezept von Miloš´ Vater, für kalte Tage.

Leidenschaft für den Beruf

Im Jahre 2003 zieht Miloš gemeinsam mit seinem Bruder nach Wien, um sein Wirtschaftsstudium abzuschließen. Drei Jahre davor verlassen seine Eltern ihr akademisches Leben in Belgrad und gründen eine Gaststätte im 18. Wiener Bezirk. Neben dem Studium verdient Milos seinen Unterhalt ebenfalls in der Gastronomie der Innenstadt. Es folgen Jahre, wo er sich das nötige Know-How aneignet und eine eigene Stammklientel aufbaut. Anfang Februar 2013 eröffnet er eine eigene Wein Taverne. „Ohne der Unterstützung meiner Frau und der Familie, hätte ich diesen Erfolg nicht gehabt“, sagt der Unternehmer.

Die Herkunft der Gäste hier ist buntgemischt. Wiener möchten ihren Horizont erweitern. Englische, russische oder amerikanische Geschäftsleute aus umliegenden Unternehmen erweisen sich als gute Kenner. Auf der zweiten Etage treffen wir zwei Informatikstudenten aus Bosnien. Branko und Vanja sehen sich hier die Champions League Übertragung an. „Normalerweise müssten wir jetzt zu Hause bei unseren Freundinnen sein, denn sie haben gekocht, aber die Atmosphäre hier ist einzigartig!“, lachen sie zufrieden.

Vom Weinkenner Dejan Panjičanin, erfahren wir, dass die zum Verkauf vorgesehenen Flaschen ausverkauft sind. Manche Gäste sind schon von ihren Hockern aufgestanden und tanzen zum intensiven Rhythmus des Ethnojazz.

Josip Andrejevski / KOSMO

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