KOMMENTAR 26.06.2015

Warum Österreich nach rechts gleitet

© zVg.
Die letzten Ereignisse zeigen: Die FPÖ und die Boulevardmedien schüren gezielt Hetze und Fremdenhass in Österreich. Was wird unternommen, um die Bevölkerung aufzuklären?

Die angespannte Flüchtlingssituation, die Amokfahrt in Graz: zwei "Ereignisse" in den letzten Wochen, die in Österreich nicht nur besorgniserregend sind, sondern ein richtungsweisendes Signal für die Gesellschaft darstellen. Die FPÖ und vor allem die Kronen Zeitung tun mittlerweile ihr Bestes, um gegen zugewanderte Menschen in diesem Land gezielt zu hetzen: Dabei interessieren sie die Faktenlage oder die konkreten Beweise nur wenig. Denjenigen, die eine solche politische und mediale Hetze nicht unterstützen wollen, bleiben oft nur Worte der Verwunderung und Entrüstung. Nur diese Worte sind seit langem nicht mehr genug. Rassistischen Tendenzen, die von Medien und dem rechten Lager, das bereits in der Mitte des politischen Spektrums angekommen ist, ausgehen, muss die österreichische Gesellschaft die Stirn bieten.

Verantwortung übernehmen


Erstens müssen diejenigen politischen Kräfte in diesem Land, die sich gegen eine Spaltung der Gesellschaft aussprechen, strenger in die Pflicht genommen werden: Die SPÖ, ÖVP, Grüne und NEOS sind hier aufgerufen, mit Taten deutlich zu zeigen, dass die einzige Zukunft Österreichs ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander ist. Sie müssen ihrer (Stamm-)Wählerschaft endlich aufrichtig und klar erklären, dass eine weitere Spaltung nur schlimme Folgen für diese Gesellschaft haben kann. Sie müssen auch so aufrichtig sein und ihren Wähler sagen, dass manches in der Integration und im Zusammenleben nicht funktioniert, aber auch, dass es nicht unlösbar ist. Es ist menschlich und solidarisch, anderen Menschen in Not zu helfen. Es ist aber nicht gerade klug, gegen Mitbürger zu hetzen, die bereits seit Jahrzehnten hier leben und einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand dieser Gesellschaft leisten.

Ausländer-Mythen

Doch aufklären muss nicht nur die Politik: Jeder von uns, der an einem friedlichen Miteinander interessiert ist, muss durch persönlichen Taten und in seinem Umfeld dafür sorgen, dass keine weiteren Keile in diese Gesellschaft getrieben werden. Wir müssen mehr aufeinander zugehen und Mythen von "bösen Ausländern" bloßstellen. Wir müssen uns kennen lernen und miteinander sprechen. Wenn wir nur auf die hören, die Rassismus und Hetze statt Dialog bieten, sieht Österreichs Zukunft düster aus. Lassen wir das nicht zu! Es wäre um dieses wunderschöne Land sehr schade.

Nedad Memić / KOSMO

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