SPORT 20.02.2015

"Warum ich für Österreich stürme"

© KOSMO / Radule Božinović
Isabella Dujmenović besucht das Sportgymnasium im Nationalen Zentrum für Frauenfußball. Die Fußballerin mit kroatischen Wurzeln ist schon mehrmals für die österreichische Nationalmannschaft angetreten.


Jeder Tag im Leben von Isabella Dujmenović (20), einer österreichischen Fußballerin mit kroatischen Wurzeln, ist streng durchgeplant. Im Zentrum ihres Tagesablaufs stehen der Fußball, die Kraftkammer und ihre schulischen Verpflichtungen.

„Hier schlafe, lebe, lerne und trainiere ich. Im Moment bereite ich mich auf die nächste Runde der Meisterschaft vor, aber auch auf die Matura, die ich möglichst bald bestehen möchte. Alles steht im Zeichen des Fußballs und des Lernens, für etwas anderes habe ich überhaupt keine Zeit“, sagt uns Isabella, als wir sie in ihrem Wohnheim in St. Pölten besuchen, wo sich auch das österreichische Nationale Zentrum für Frauenfußball befindet.

„Angriff ist meine Stärke“

Ihre Liebe zum Fußball entdeckte sie schon als junges Mädchen, als sie anfing, für Bischofshofen zu spielen. Nachdem sie in die Frauenlandesauswahl Salzburg berufen worden war, wurde allen klar, dass sie eine talentierte Spielerin war, die sich am besten in dem Bereich des Spielfelds zurechtfand, der dem gegnerischen Tor am nächsten war. „Im Angriff fühle ich mich am wohlsten und spiele immer häufiger als Stürmerin. Die Trainer setzen mich auch deshalb, weil ich größer bin als die anderen, häufig vorne ein“, erklärt uns das junge Mädchen, dessen größtes fußballerisches Vorbild Zlatan Ibrahimović ist.

 „Zlatan ist ein Meister, aber auch eine interessante Persönlichkeit. In jedem Fall ist er eines meiner größten Idole“, sagt die junge Fußballerin, deren Eltern aus Biograd na Moru stammen. In dieser Stadt verbringt Isabella auch ihre Sommerferien. „Ich bin gerne in Kroatien. Das ist meine zweite Heimat. Einmal haben mich nach einem Spiel der Nationalmannschaften Österreichs und Kroatiens Leute vom Kroatischen Fußballverband angesprochen und gefragt, ob ich für die kroatische Auswahl spielen wollte“, sagt Dujmenović, die sich trotzdem für Österreich entschieden hat.

Große Unterstützung findet die junge Fußballerin bei ihrer Familie, obwohl sie im Moment 300 Kilometer von ihr entfernt lebt. „Mein Vater ist eigentlich überhaupt kein Fußballfan, aber er hat mich immer unterstützt. Genau wie auch die Mama“, sagt Dujmenović. Da sie im österreichischen Frauenfußball nicht genug verdienen kann, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, überlegt sie, sich nach der Matura für ein Psychologiestudium an der Universität Wien einzuschreiben. „Sportpsychologie interessiert mich besonders. In dem Bereich möchte ich eines Tages auch arbeiten“, sagt Dujmenović am Ende unseres Gesprächs.

Petar Rosandić / KOSMO

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Geboren: 16.7.1995 in Schwarzach im Pongau
Position: Angriff
Club: AS Erlaa
Früherer Club: SV Neulengbach
Fan von: Bayern München, Real Madrid, SK Rapid Wien, Hajduk Split
Hört: R''n''B und tanzt auch gerne dazu
Trainiert: jeden Tag im Nationalen Zentrum für Frauenfußball
Vorbilder: Zlatan Ibrahimović, Ronaldinho, Luka Modrić
Unternehmungen: „Für Unternehmungen habe ich fast gar keine Zeit. Jeder Tag steht im Zeichen des Sports...“

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