08.10.2014

Vucic: „Österreich hat Serbien mehr geholfen als Russland“

© zVg.
Beim heutigen Treffen von Sebastian Kurz und Aleksandar Vučić in Belgrad geht es um den EU-Beitritt Serbiens und die Hilfe in den Hochwassergebieten. Österreich gehört zu den Ländern, die die meiste Hilfe geleistet haben.


Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr reiste Österreichs Außenminister Sebastian Kurz zu einem Besuch nach Belgrad. Beim Treffen mit Serbiens Premierminister Aleksandar Vučić am Vormittag bedankte sich Vučić für die Hochwasserhilfe aus Österreich, das neben den Vereinigten Arabischen Emiraten, Norwegen und Japan zu den Ländern, die am meisten geholfen haben, wie er betonte.

Bemerkenswert war eine Aussage, die Vučić gegenüber der Presseagentur Tanjug tätigte: Auf die Frage, ob Serbien nach dem Hochwasser mehr Unterstützung durch Russland oder durch Serbien bekommen hat, sagte Vučić, dass er jede Hilfe zu schätzen wisse und dass Russland zwar schneller Hilfskräfte geschickt habe, Österreich aber mehr Mittel für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt habe.

Im Rahmen des Treffens ist auch ein Besuch von Sebastian Kurz in der Stadt Šabac geplant, die bei den Überschwemmungen im Mai besonders schwer verwüstet wurde. Hier soll der Außenminister auch die Arbeit der österreichischen Hilfsorganisationen vor Ort beurteilen.

EU-Erweiterungsstopp wegen Ukraine-Krise

Für heute Abend ist dann ein Vier-Augen-Gespräch mit Vučić geplant, was in der serbischen Politik ungewöhnlich ist. Dabei soll voraussichtlich über den heute veröffentlichten Fortschrittsbericht beim EU-Beitritt Serbiens gesprochen werden. Die Ambitionen des serbischen Ministerpräsidenten für einen EU-Beitritt bis Ende 2019 wurden zuletzt durch die EU zurückgewiesen. Der designierte EU-Kommissar für Nachbarschaft und EU-Erweiterung, Johannes Hahn, bestätigte kürzlich, dass in den nächsten fünf Jahren keine neuen Länder in die Europäische Union aufgenommen werden, da sich die EU zunehmend auf die Ukraine-Krise konzentrieren müsse. 

Die Krise in der Ukraine hat auch Serbiens Außenpolitik zunehmend von jener der EU entfernt, da sich Serbien nicht den EU-Sanktionen gegen Russland angeschlossen hat.

KOSMO-Redaktion

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