POLITIK 05.06.2014

Vucic: Österreich ein Vorbild für Serbien

© zVg.
Bei seinem gestrigen Wienbesuch traf sich Serbiens Premierminister Aleksandar Vučić mit der österreichischen Staatsführung und mit Industrievertretern bei der Wirtschaftskonferenz Business Bridge. KOSMO-Reporterin Vera Marjanović sprach mit dem Premierminister.


In seiner Ansprache an die Konferenzteilnehmer der Business Bridge dankte Vučić allen Firmen und Einzelpersonen, die Serbien während der katastrophalen Überflutungen Hilfe und Unterstützung gegeben haben, und insbesondere der österreichischen Regierung, den Rettungsteams und Feuerwehrleuten. Er erinnerte daran, dass Österreich der größte Investor in Serbien ist und dass diese beiden Länder heute die vielleicht besten Beziehungen ihrer neueren Geschichte haben.

„Ich möchte auf einer Seite stehen mit Österreich und Deutschland, und das sage ich überall und mit Stolz. In der nächsten Woche fahre ich zu einem Gespräch mit Frau Angela Merkel, und die Art, wie wir unsere ersten Staatsbesuche geplant haben, nämlich Sarajevo, Wien und Berlin, zeugt von der zukünftigen Orientierung Serbiens“, betonte der serbische Premier.

Ziel: Beitrittsreife bis 2019


„Unser Ziel ist, alle notwendigen Reforemen für die EU-Reife bis 2019 abzuschließen. Anschließend erwarten wir, dass die Länder der EU, darunter auch Österreich, ihre Entscheidung treffen, ob sie Serbien als vollwertiges Mitglied akzeptieren“, unterstrich der serbische Regierungschef. Aleksandar Vučić betonte, dass die österreichische Unterstützung dafür außerordentlich wichtig sei.

„In Österreich gibt es viele Serben, die ebenso fleißig sind, wie die Österreicher. Aber sie sind in Österreich viel fleißiger als in Serbien und das liegt an dem System, das Sie aufgebaut haben und wir noch nicht. Ich hoffe, dass auch wir dasselbe System aufbauen werden wie Sie“, sagte Vučić .abschließend.

Kampf gegen die Korruption

Aleksandar Vučić begleiteten auf seinem Weg nach Österreich Meldungen über neue Verhaftungen in Serbien aufgrund des Verdachts von Amtsmissbrauch und Wirtschaftskriminalität. Auf die Frage, ob er es schaffen könne, die Korruption und Kriminalität in Serbien in den Griff zu bekommen, erklärte er gegenüber KOSMO:

 „In Serbien beschäftigen sich alle gerne mit den großen, bombastischen Themen. Aber uns sind die alltäglichen Dinge, mit denen wir das System gestalten, viel wichtiger, und wir werden es schaffen. Schon in zwei Monaten wird man die ersten Resultate sehen. Wir s, ein System nach dem Muster einiger anderer europäischer Staaten aufzubauen.“

OSZE-Kritik wegen Medienzensur

Wegen Medienzensur und angeblicher Angriffe auf Internetseiten, die ihm kritisch gegenüberstehen, erhielt Aleksandar Vučić eine Mahnung von Dunja Mijatović, der Medienbeauftragten der OSZE. Er antwortete ihr in einem harschen Brief und kündigte auch ein baldiges Treffen mit ihr an. Auf die Frage, ob er Frau Mijatović inzwischen getroffen habe, sagte Vučić zu KOSMO:

„Ich habe es bisher nicht geschafft, mich mit ihr zu treffen, aber es ist jetzt alles geklärt. Ich glaube, dass sie alles verstanden haben, und auch wir haben bestimmte Botschaften verstanden. Wir werden alles noch einmal überprüfen. Wir werden sie bitten, in Zukunft nicht mit ungeprüften Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen, so wie es jetzt der Fall war.“

Vera Marjanović / KOSMO

Westbalkan-Konferenz in Wien


Serbiens Premier Vucic in Sarajevo

Serbien bekommt neue Regierung


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