SERBIEN 17.03.2014

Vucic regiert im Alleingang

Bei den gestrigen Präsidentschaftswahlen in Serbien erreichte die Serbische Fortschrittspartei (SNS) unter Aleksandar Vučić einen Erdrutschsieg mit 49 Prozent der Stimmen.


Von solchen Wahlergebnissen können österreichsiche Poilitiker nur träumen. Knapp 49 Prozent und damit eine Verdoppelung der Stimmen für die Serbische Fortschrittspartei (SNS) – so sieht der Erdrutschsieg für SNS-Chef Aleksandara Vučić bei den gestrigen Präsidentschaftswahlen in Serbien aus. Mit 157 von 250 Sitzen im Parlament kann die SNS nun auch eine Alleinregierung bilden.

Auf Platz zwei folgt mit 15 Prozent die bisherhige Regirungspartei SPS, die bereits im Vorfeld der Wahl ankündigte, ein Interesse an der Fortsetzung einer Koalition mit der SNS zu haben. Die demokratische Partei (DS) schaffte es auf lediglich sechs Prozent. Die kürzlich vom frühren serbischen Präsidenten Boris Tadić gegründete Neue Demokratische Partei (NDS) schafft es laut der vorläufigen Hochrechungen ebenfalls ins Parlament. Insgesamt war die Wahlbeiteiligung mit 53 Prozent geringer als bei den letzten Wahlen vor zwei Jahren.

Hoffnung und Kritik

Von einem großen Teil der Bevölkerung wird Vučić als neuer Hoffnungsträger für Serbien angesehen. Vučić verfolgt einen pro-europäischen Kurs und konnte sich besonders in der Korruptionsbekämpfung als Serbiens starker Mann etablieren. So sorgte er unter anderem für die Verhaftung von Miroslav Mišković, einem der reichsten Serben.

Kritiker befürchten, es könnte zu viel Macht bei einer einzigen Person konzentriert werden. Dem neuen Ministerpräsidenten wird darüber hinaus vorgeworfen, starken Einfluss auf die Medien auszuüben. Der 44-Jährige startete seine Karriere in den 1990ern unter dem damaligen autoritären Machthaber Slobodan Milošević und wandelte sich vom Nationalisten zum Demokraten. Auf ihn warten Aufgaben wie die EU-Beitrittsverhandlungen, eine Stabilisierung der krisengeschüttelten Wirtschaft und eine Lösung der Kosovo-Frage.

KOSMO-Redaktion


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