KOMMENTAR 28.02.2014

Vornehme Diskriminierung am Opernball

© ORF
Bei der gestrigen Opernballübertragung des ORF kam es zu einem Fauxpas der ORF-Moderatorin. Menschen vom Balkan fühlen sich diskriminiert. Der folgende Kommentar ging als Leserbrief an die KOSMO-Redaktion ein.


Gestern am war es wieder so weit. Wie jedes Jahr putzte sich Wien und sein Opernhaus für die ganze Welt heraus und hoffte die (einstige) Weltmetropole von seiner besten Seite zu zeigen. Die Gäste hochkarätig, die Damen ein Blickfang und die Männer im edlen Frack ein Augenschmaus. Und auch dieses Jahr zeigte der ORF, durch seine Galionsfigur Barbara Rett, dass ihm Kunst und Kultur kein Fremdwort zu sein scheint. Alles deutete drauf hin ein vielversprechender Abend für den Opernball und damit für Wien und ganz Österreich zu werden.

Als sich aber dann in einem Interview ein dänischer Gast anmutete, zu sagen, dass ihn Wien ein wenig an den Balkan erinnere, musste Frau Rett eingreifen. Mit einem spöttischen Lächeln und der Aussage: „Wir hören das nicht sehr gern.“ wies sie ihn in die Schranken und beendete damit fulminant das Interview.

Aha….

Und was wäre wenn, den Herren, Wien nicht an den Balkan erinnert hätte, sondern an eine andere Volksgruppe, Ethnie oder Religionsgemeinschaft? Dann wäre es der Frau Rett im Traum nicht eingefallen, so zu antworten.

Sind die Menschen am Balkan weniger wert als andere Volksgruppen? Existiert sogar in der Diskriminierung eine Klassengesellschaft? Frau Rett und der ORF wollten sich der Welt von ihrer schillernden Seite zeigen, jedoch sind sie an diesem Versuch kläglich gescheitert. Ich hoffe, dass sich Frau Rett und der ORF die Zeit nehmen werden, sich der Geschichte zu widmen und dabei nicht nur 80 Jahre zurückzugehen.

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Video der betreffenden Stelle in der ORF TVthek

Lesen Sie mehr zum Thema:

Barbara''s World - Invasion vom Balkan

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COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

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