SERVICE 01.10.2013

Versicherungsschutz für Fahrräder

© istockphoto.com
Jedes Jahr werden in Österreich Tausende Fahrräder gestohlen. Der Schaden geht in die Millionenhöhe, die Aufklärungsrate beträgt gerade einmal fünf Prozent. Oft erkennen die ehemaligen Radbesitzer zu spät, dass die eigene Haushaltsversicherung nur in bestimmten Fällen den Schaden übernimmt. Die Lösung: eine spezielle Fahrradversicherung abschließen.


Der beste Freund eines jeden Fahrradfahrers ist heutzutage das Fahrradschloss. Und das nicht ohne Grund: Jedem zweiten österreichischen Radfahrer wurde laut einer VCÖ-Umfrage aus dem Jahr 2011 schon einmal das Fahrrad gestohlen. Jährlich wechseln so rund 30.000 Fahrräder ihren Besitzer. Am liebsten schlagen die Täter an öffentlichen Orten zu, wo sich in der Regel große Menschenmengen tummeln. Besonders gefährdet sind aus diesem Grund Räder, die bei Universitäten, Bahnhöfen, Geschäften, Lokalen oder Freizeiteinrichtungen abgestellt werden. Ungesicherte Drahtesel sind besonders leichte Beute, aber auch mit Ketten gesicherte Räder sind begehrte Ziele. Durchschnittlich 20 Sekunden brauchen geübte Langfinger, um typische Fahrradschlösser zu öffnen. Und sollte das Schloss doch nicht zu knacken sein, verschwinden oft sämtliche Teile des Fahrrades – von Rädern, über Körbe bis zum Sitz – bis nur noch der angekettete Teil vorhanden ist. Doch in welchen Fällen übernimmt die Versicherung den entstandenen Schaden?


Bedingte Abdeckung durch Haushaltsversicherung

Viele sind der Meinung, dass die Haushaltsversicherung beim Diebstahl des Rades zahlt – das stimmt allerdings nur bedingt. Der Großteil der Versicherungsgesellschaften zahlt nur dann, wenn der Diebstahl bzw. der Schaden an dem Fahrrad innerhalb des Wohngebäudes geschehen ist, zum Beispiel in einem versperrten Kellerabteil. Schwieriger wird es, wenn das Fahrrad in einem Bereich abgestellt wurde, der auch für andere Wohnungseigentümer zugänglich ist. In diesem Fall wird der Schaden oftmals nur übernommen, wenn besagte Räumlichkeit sowie Fahrrad versperrt waren und ein Einbruch von der Polizei nachgewiesen werden kann. Wurde nicht eingebrochen, das Fahrrad dennoch entwendet, handelt es sich um einen einfachen Diebstahlsdelikt. Hierfür haben die meisten Versicherer Sublimits, die in der Regel unter dem Wert des Fahrrades liegen. Anzumerken ist, dass das Fahrrad in solchen Fällen nicht unbedingt in einem abgesperrten Raum gelagert sein muss: Bei vielen Versicherern besteht der Versicherungsschutz auch im Stiegenhaus oder einem unversperrten Fahrradkeller, der für alle Mieter zugänglich ist. Aber auch in diesem Fall muss das Fahrrad selbst gesichert sein.


Spezielle Fahrradversicherungen

Sollte das Fahrrad jedoch außerhalb des Wohnbereiches gestohlen werden, also zum Beispiel am Fahrradabstellplatz vor der Universität, greift die Haushaltsversicherung nicht mehr. Da der Großteil der Diebstähle auf der Straße geschieht, empfiehlt es sich, eine spezielle Fahrradversicherung abzuschließen. Die Arbeiterkammer hat erst kürzlich Tipps zu Fahrradversicherungen zusammengestellt und diese verglichen. Bei der Versicherungsgesellschaft Zürich Connect können beispielsweise Fahrräder bis zu einem Wert von 10.000 Euro versichert werden. Die Versicherungsgesellschaft verlangt dafür, dass nur bestimmte, hochwertige Schlösser für die Sicherung des Rades verwendet werden. Nicht fixierbare Gegenstände, wie zum Beispiel Tachometer oder Körbe, sind nicht mitversicherbar. Schäden durch Naturkatastrophen, aber auch durch mut- und böswillige Beschädigungen durch Dritte können von Fahrradversicherungen abgedeckt werden.

Auch inkludieren manche, jedoch nicht alle, Haushaltsversicherungen Fahrraddiebstahl. Hanns-Ulrich Brockhaus vom Direktversicherer der ERGO rät Fahrradbesitzern aber dringend dazu mit dem Versicherungsberater im Vorfeld zu klären, ob etwa bei ihrer Haushaltsversicherung auch Fahrraddiebstahl- oder –beschädigung inkludiert sind, da nicht alle Versicherungen dieses Service vorsehen. Mit einem online ERGO-Versicherungsrechner lässt sich zudem berechnen, wie hoch die monatlichen Prämien für eine solche Versicherung wären. Versicherungen, die eine Fahrradversicherung anbieten, verlangen für diese durchschnittlich zwischen 5 und 15% des Neuwert-Kaufpreises. Auch bei Sportartikel-Geschäften kann beim Kauf eines Fahrrades üblicherweise eine preiswerte Diebstahlversicherung abgeschlossen werden, so der Experte.


Tipps zur Fahrradsicherung

Nicht jedes Fahrradschloss schützt das Rad ausreichend. Auf fahrradschlosstester.de werden die einzelnen Arten der Schlösser genauer unter die Lupe genommen: Statt zum typischen Kabelschloss sollte besser zu einem Bügelschloss gegriffen werden. Dieses ist mit etwa 70 Euro zwar um ein Vielfaches teurer als günstige Schlösser, bietet jedoch durch zwei Komponenten Stahl besten Schutz. Des Weiteren helfen flexible Faltschlösser sowie etwas schwerere Kettenschlösser gut vor möglichen Diebstahlversuchen.

Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass selbst das beste und teuerste Schloss geknackt werden kann. Aus diesem Grund sollte auch auf andere Arten versucht werden, das Rad keinem erhöhten Diebstahlrisiko auszuschätzen. Gut beleuchtete sowie verkehrsreiche Stellen haben auf Langfinger eine eher abschreckende Wirkung. Außerdem sollten Fahrräder nachts stets in einem absperrbaren Raum innerhalb des Wohnbereichs aufbewahrt werden.

KOSMO-Redaktion

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