BALKAN 15.11.2013

Verbot für Homo-Ehe in Kroatien?

© zVg.
Am 1. Dezember wird in Kroatien über die Homo-Ehe abgestimmt. Ein Sieg der Konservativen gilt als sicher.


„Sind sie dafür, dass die Ehe in der Verfassung als eine lebenslange Verbindung von Mann und Frau definiert wird?“ So lautet die Frage bei der geplanten Abstimmung in Kroatien. Ziel des Referendums ist ein Verbot der Ehe zwischen homosexuellen Lebenspartnern. Obwohl die linksliberale Regierung die Abstimmung verhindern wollte, bestätigte Mitte der Woche das kroatische Verfassungsgericht, dass die Abstimmung am 1. Dezember stattfinden wird.

Hinter dem Referendum steht die kirchennahe Organisation „Im Namen der Familie“ (U ime obitelji): Diese will - mit der verfassungsrechtlichen Verankerung der Ehe als ausschließliche Verbindung zwischen Mann und Frau - verhindern, dass Homosexuelle in Kroatien heiraten dürfen. Bisher war die Ehe in der kroatischen Verfassung nicht genau definiert. Seit dem Jahr 2003 können sich homosexuelle Paare registrieren lassen und erreichen dadruch ähnliche Rechte wie auch heterosexuelle Paare.

Öffentliche Kontroverse

Das Referendum hat im katholischen Kroatien auch prominente Unterstützer gefunden. So haben sich die berühmte Leichtathletin Blanka Vlašić und der ehemalige kroatische Fußball-Teamchef Igor Štimac öffentlich dafür ausgesprochen. Wenig überraschend ist hingegen die Unterstützung vom kontroversen "Heimatrocker" Marko Perković "Thompson".

Die Regierung selbst hält das Referendum für menschenrechtswidrig. Dass die Initiative „Im Namen der Familie“ jedoch auf große Unterstützung zählen kann, bewies sie im letzten Sommer, als die bereits 740.00 Unterschriften sammelte. Nachdem nun der Verfassungsgerichtshof grünes Licht für das Referendum gegeben hat, sehen sich die konservativen und kirchennahen Organisationen bereits als Sieger. Es gibt in Kroatien kein Teilnahme-Quorum: Daher wir die Entscheidung der Mehrheit der Teilnehmenden verbindlich sein.  

Ähnliche Tendenzen zeichnen sich nun auch in der Schweiz ab: Die Schweizerische Bundesregierung hat Ende Oktober ihre Unterstützung für die Volksinitiative „Für Ehe und Familie – gegen Heiratsstrafe“ zugesichert. Diese will – ebenso wie die kroatischen Initiativen – die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau in der Verfassung verankern.
Derzeit gibt es in Europa ähnliche Bestimmungen in den Verfassungen von Polen, Litauen und Lettland.

KOSMO-Redaktion

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