BALKAN 21.11.2013

Ustasa-Parolen nach Kroatiens Fußball-Sieg

© zVg.
Die Empörung über Ustaša-Rufe des kroatischen Nationalspielers Josip Šimunić reißt nicht ab. Aber auch die Unterstützer gehen per Facebook in die Offensive.


Die Euphorie über den Einzug der kroatischen Nationalmannschaft in die Fußball-WM wurde schnell von einem politischen Eklat verdunkelt. Vor laufenden Kameras skandiere der 35-Jährige Nationalspieler Josip Šimunić den Spruch „Za dom – spremni“ („Für die Heimat – bereit“) ins Mikrofon – eine Parole der faschistischen Ustaša-Bewegung aus dem zweiten Weltkrieg. Zahlreiche Fans im Stadion brüllten mit.

Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die Berichte über soziale Netze und internationale Medien. Deutschsprachige Zeitungen sprachen klar und deutlich von einem „Ustaša-Gruß“ und verurteilten die Aktion. Auch von Seiten des Weltverbands FIFA droht dem Fußballer eine Sperre.

Šimunić selbst ist sich keines Fehlverhaltens bewusst:  "Das wollte ich mein ganzes Leben schon einmal machen. Ich habe keine Angst vor einer Strafe, ich habe nichts Schlimmes gemacht. Ich bin ein Fan von Kroatien, meiner Heimat“, gab der Fußballer an.

Fast 100.000 Unterstützer

Mit dieser Ansicht findet er auch zahlreiche Unterstützer in Kroatien. Die kroatische Tageszeitungen Večernji list veranstaltete in ihrer Online-Ausgabe eine Umfrage, an der um die 8.000 Leser teilnahmen. Das Ergebnis: Rund 72 Prozent stehen hinter dem Fußballer und seiner Aktion. Eine eigens gegründete Facebook-Gruppe, die den Spieler unterstützt, bekommt stündlich mehrere tausend neuer Fans dazu.

In einer Erklärung auf der Facebook-Seite „Potpora Josipu Šimuniću“ („Unterstützung für Josip Šimunić“) versucht man den Spruch zu verharmlosen, indem man auf seine noch älteren historischen Ursprünge verweist, wie den Abwehrkrieg gegen die Türken im 16. Jahrhundert. Der aktuelle Stand der Facebook-Seite liegt bei über 90.000 Personen, die den „I like“-Button geklickt haben.

KOSMO-Redaktion

Websites:
Facebook-Seite: Potpora Josipu Šimuniću
Umfrage im Večernji list

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