SREBRENICA 11.07.2014

Unser gemeinsamer Schmerz

© zVg.
Srebrenica ist ein Wort, das nicht nur traurige Emotionen in uns hervorruft, sondern auch zu einem Symbol unserer Menschlichkeit werden kann.


Die Tage um den 11. Juli lösen jedes Jahr in vielen von uns Trauer und Bestürzung aus. Wir erinnern uns an Srebrenica. Dieses ostbosnische Städtchen ist seit nunmehr 19 Jahren zu einem weltweiten Symbol des Leidens geworden. Dieses Leiden verschlägt uns oft die Sprache und macht jede Erklärung sinnlos. Die sucht man in diesen Julitagen auch nicht: Sie sind vor allem ein Anlass, um der Opfer des Völkermords stillschweigend und respektvoll zu gedenken. Denn eine gesunde Erinnerungskultur duldet keinen Hass oder Rache, kein Relativieren oder gar Leugnen dieser Tragödie. Sie fordert gleichzeitig eine unermüdliche Suche nach Gerechtigkeit und Aufarbeitung, damit solche Gräueltaten nie wieder passieren.

Die Opfer von Srebrenica mögen aus einem bestimmten Volk und einer bestimmten Religion stammen, sie symbolisieren aber das Leiden der gesamten Menschheit. Denn das, was uns alle Menschen gleichwohl verbindet, ist unser Schmerz: Er ist überall gleich, egal um welche Opfer es geht, welchem Volk und welcher Religion sie angehören. Sollen dann solche Gedenktage nicht ein Ansporn für uns alle sein, menschlicher zu werden? Sich in unsere und die Trauer der anderen hineinzuversetzen und sie zu verstehen? Zu oft vergessen wir, dass jedes menschliche Leben gleich wert ist: Respektieren wir also dieses Leben und lassen wir niemals zu, dass Menschen aufgrund einer sinnlosen Ideologie zugrunde gehen.

„Wer einen Menschen tötet, als habe er die ganze Welt getötet. Wer einen Menschen rettet, als habe er die ganze Welt gerettet“, sagt eine alte Weisheit. Mögen also dieser 11. Juli und alle anderen Gedenktage für uns ein Weckruf sein, Mitgefühl zu zeigen. Schöpfen wir aus der würdevollen Erinnerung die Kraft, eine bessere Welt für uns und vor allem für unsere Kinder zu schaffen.

Nedad Memić / KOSMO

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