PANORAMA 03.06.2015

Unser Held: Wiener Bosnier beweist Zivilcourage

© Alexander Schuppich / KOSMO
Der Austro-Bosnier Elvir K. wurde von einem randalierenden Fahrgast wegen Körperverletzung angezeigt.

Der bosnischstämmige Wiener Elvir K. (38) geriet vergangenen Sommer bei seiner Arbeit bei den Wiener Linien in eine absurde Situation: Der Busfahrer wurde von einem randalierenden Fahrgast angezeigt, nachdem er diesen aus dem Bus geworfen hatte, um die anderen Fahrgäste zu beschützen. Fast ein Jahr lang musste Elvir K. um seinen Job zittern. Diese Woche wurde er vom Gericht endlich freigesprochen.

Am 17. Juli 2014 übernahm Elvir K. gerade seinen Bus am Wiener Hauptbahnhof, als ihm ein Mann in dunkler Militärkleidung auffiel, der an der Haltestelle andere Wartende beschimpfte und bespuckte. Als der Rowdy, mit den Füßen auf der Bank, in seinem Bus saß, entschied sich Elvir K., die Fahrt nicht fortzusetzten.

„Randalierer ging sofort auf mich los“

„Ich machte eine Durchsage an die Zentrale, dass sie die Polizei rufen sollten, falls ich mich nicht in zwei Minuten wieder melde“, erzählt Elvir im Gespräch mit KOSMO. Dann öffnete er alle Türen, damit die anderen Fahrgäste im Notfall aussteigen konnten und trat an den auffälligen Fahrgast heran. „Als ich ihm sagte, er soll aussteigen, ist er sofort aufgesprungen und auf mich losgegangen“, erinnert sich Elvir an diese Situation. Daraufhin beförderte Elvir K. den Fahrgast aus dem Bus und fixierte ihn bis zum Eintreffen der Polizei. Dass er später vom Rowdy wegen Körperverletzung angezeigt werden würde, damit hatte er nicht gerechnet.

Das Gericht sprach Elvir K. nun in der Anklage wegen Körperverletzung frei. Der Randalierer wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, kündigte aber an, Berufung einlegen zu wollen. In der nächsten KOSMO-Ausgabe lesen Sie noch mehr zu Elvir und den Mitarbeitern der Wiener Linien mit Migrationshintergrund.

KOSMO-Redaktion

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