JUBILÄUM 12.03.2015

Uni Wien ist Mekka der Balkan-Elite

Morgen beginnen die Feierlichkeiten rund um das 650. Jubiläum der Universität Wien. Die älteste Uni im deutschsprachigen Raum war eine große Ausbildungsstätte für Intellektuelle vom Balkan.


Die Universität Wien – im Volksmund der Wiener kurz Hauptuni genannt – blickt stolz auf eine lange Geschichte zurück. Diese Hochschule gilt als eine der ältesten nördlich der Alpen. Sie wurde im Jahre 1365 vom Habsburger Herzog Rudolf dem IV. gegründet, die nach ihm Alma Mater Rudolphina benannt wurde.

Die Großen wirkten hier

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert wird Wien zu einem intellektuellen Anziehungspunkt für die Südslawen. Zahlreiche slowenische, serbische, kroatische und bosniakische Intellektuelle kamen in die österreichische Hauptstadt, um dort ihre Studien abzuschließen. In Wien wirkten große historische Persönlichkeiten der Südslawen wie der kroatische Physiker, Astronom und Mathematiker Ruđer Bošković, der serbische Philologe Vuk Karadžić oder der slowenische Dichter Ivan Cankar. Ein Studium der Medizin in Wien inskribierte einer der berühmtesten serbischen Dichter Branko Radičević, der hier an Tuberkulose starb. Der bekannteste serbische Geograf Jovan Cvijić verteidigte seine Dissertation über das Karstphänomen an der Universität Wien.

Wien war ein wichtiger Ort für die südslawische Sprach- und Kulturforschung. Der erste Leiter des slawistischen Lehrstuhls an der Uni Wien war der slowenischstämmige Sprachwissenschafter Franz Miklošič, zu seinem Nachfolger wurde der Kroate Vatroslav Jagić gewählt. Der Sprachwissenschafter Đuro Daničić, der neben Vuk Karadžić die Standardisierung des Serbischen maßgeblich bestimmte, studierte slawische Philologie in Wien.

Erste Promovierte


Nach der Okkupation und Annexion Bosnien-Herzegowinas kommen auch Intellektuelle aus diesem Balkanland nach Wien. Der bosniakische Dichter und Politiker Safvet-beg Bašagić studierte Orientalistik in Wien und promovierte 1910 hier. Er gilt als der erste promovierte Mann aus Bosnien-Herzegowina. Die erste promovierte Frau aus Bosnien erlangte ihren Doktortitel ebenfalls in Wien: Das war die jüdischstämmige Slawistin und Germanistin Marija Kon.

Immer noch attraktiv


Wien und seine mittlerweile neun Universitäten bleiben bis heute ein Anziehungspunkt für junge, gut ausgebildete Menschen vom Balkan. Unter mehr als 88.000 ausländischen Studierenden in Österreich lagen im Wintersemster 2012/2013 Studentinnen und Studenten aus Bosnien-Herzegowina auf Platz vier (2.789 Studenten), aus Serbien auf Platz fünf (2.092) und aus Kroatien auf Platz acht (1.894).

KOSMO-Redaktion

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