INTEGRATION 02.09.2014

Uni-Lehrgang für Gesundheit und Migration

© zVg.
An der MedUni Wien startet erstmals ein Universitätslehrgang zum Thema Transkulturelle Medizin und Diversity Care. Es ist das erste derartige Angebot in Europa.


Die Begegnung mit Menschen, die einen Migrationshintergrund oder eine Fluchterfahrung haben, ist im Gesundheitsbereich heute alltäglich. Um diesen Herausforderungen im Gesundheitsbereich zu begegnen, startet im Oktober 2014 der neue Universitätslehrgang Transkulturelle Medizin und Diversity Care an der MedUni Wien. Der bislang im europäischen Raum einzigartige Master-Lehrgang vermittelt berufsbegleitend in fünf Semestern ein fundiertes Fachwissen aus Medical Anthropology, Transkultureller Psychiatrie, Gender-Studies und Migrationsforschung. Die vielfältigen Themen werden von international renommierten Referentinnen und Referenten vermittelt. Geleitet wird der neue Lehrgang von Christine Binder-Fritz und Türkan Akkaya-Kalayci.

Zuwanderung hat einen beträchtlichen Einfluss auf den Gesundheitsbereich, auch in Österreich. Insbesondere aufgrund von unterschiedlichem sozialen Status, Herkunft und Geschlecht steht die Gesundheitsversorgung vor Herausforderungen, wie Christine Binder-Fritz und Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien in der aktuellen Ausgabe des deutschen "Bundesgesundheitsblatts" zeigen.

Sprachliche Barrieren und Diskriminierung

"Das am häufigsten genannte Problem im medizinischen Alltag ist das Verständigungs- und Versorgungsproblem auf Grund von sprachlichen Barrieren", so Anita Rieder, Leiterin des Zentrums für Public Health der MedUni Wien. Darüber hinaus gibt es verschiedene soziokulturelle Prägungen, wie etwa das von Männern und Frauen erlernte geschlechtsspezifische Rollenverhalten, das z.B. bei ärztlichen Routineuntersuchungen zum Tragen kommt.

"Migrantinnen erfahren oft zusätzliche Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Herkunft und zählen deshalb sicher zu den am wenigsten privilegierten sozialen Gruppen innerhalb unserer Gesellschaft", erklärt Christine Binder-Fritz. Die psychischen Belastungen durch die Migration sind jedoch für Männer und Frauen gleichermaßen erheblich.

KOSMO-Redaktion

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