EUROPA 08.01.2014

Umfrage: Zagreb toleranter als Wien

© zVg.
Wenn es um den Umgang mit Ausländern geht, zählt die kroatische Hauptstadt Zagreb zu den tolerantesten Metropolen der EU.


In einer Umfrage der Europäischen Kommission eroberte Zagreb unter 28 EU-Metropolen den sechsten Platz bei der Toleranz und Akzeptanz gegenüber fremden Mitbürgern. Während 84 Prozent der Zagreber „die Präsenz von Ausländern in der Stadt“ für positiv befinden, begrüßen in Wien immerhin 11 Prozent weniger den Aufenthalt von Ausländern in ihrer Stadt (73 Prozent befürworten die Präsenz von Fremden in der Stadt).

Laut derselben Umfrage ist Kopenhagen – mit 89 Prozent positiver Antworten - die offenste und toleranteste Hauptstadt der ganzen EU. Das Schlusslicht bildet hingegen die griechische Metropole Athen, wo nur 26 Prozent der Bürger eine positive Meinung zum Aufenthalt von Ausländern in ihrer Stadt haben.

Migranten fühlen sich willkommen

Die kroatische Tageszeitung „Večernji list“ brachte anlässlich dieser Ergebnisse einen Bericht über das Leben von Ausländern in Zagreb. „Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben. In Zagreb merkt man, dass die Leute offen und mit Neugier auf Ausländer zugehen“, sagt der Spanier Juan Maria Martin Castrillon (38), der momentan in Zagreb Arbeit sucht.

Ligaya Lirasan (31) hat die sonnigen Philippinen vor drei Jahren verlassen, um in Zagreb als Reinigungskraft zu arbeiten. „Ich genieße in Zagreb vor allem das gute Essen und den Rummel am Hauptplatz. Nie habe ich mich in den drei Jahren in irgendeiner Situation diskriminiert gefühlt“, berichtet die Frau aus den Philippinen.

Ergebnisse nicht überschätzen

Obwohl die Ergebnisse der EU-weiten Umfrage für Zagreb erfreulich sind, warnt der Politikwissenschaftler Anđelko Milardović davor, diesen Resultaten zu große Bedeutung beizumessen. „In Zagreb sind die Ausländer noch nicht so offensichtlich wie in anderen Städten. Sie gehen auch mehr in der Masse unter als anderswo. Unter den 790.019 Einwohnern gibt es 4871 Ausländer, von welchen die Mehrheit aus dem benachbarten Bosnien-Herzegowina kommt“, sagt Milardović abschließend.

KOSMO-Redaktion

Link zum Bericht bei Večernji list

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