POLITIK 19.09.2014

US-Diplomaten: „Bosniens Regierung hat versagt“

© zVg.
Mit einem offenen Brief übten zwei US-Diplomaten scharfe Kritik an der Regierung Bosnien-Herzegowinas. Spendengelder für die Flutopfer seien kaum zu den Betroffenen gelangt.


"Vier Monate nach Flutkatastrophe haben die Politiker in Bosnien-Herzegowina keine richtigen Pläne oder ernsthafte Ideen für den Wiederaufbau des Landes", heißt es in dem empörten Text von David Barth, dem Direktor der US-Mission für internationale Zusammenarbeit (USAID) und Entwicklung in Bosnien-Herzegowina und dem Militärattaché Scott Miller, der gestern in einem Internet-Blog erschien.
 
Die Regierung Bosnien-Herzegowinas habe sich trotz internationaler Hilfen unfähig gezeigt, den Menschen ihres Landes nach der Naturkatastrophe angemessene Hilfe zukommen zu lassen. 800 Millionen Euro waren bei einer Spenderkonferenz im Juli zugesichert, bisher 100 Millionen ausgezahlt worden. Die Flutopfer hätten wenig bis gar nichts von der internationalen Hilfe gesehen. Die Politiker hätten die Situation genützt, um  ihre Kassen zu füllen und Budgetlöcher zu stopfen, für die sie mit ihrer Misswirtschaft verantwortlich seien.

Die rasche Instandsetzung von Verkehrswegen, Schulen, Fabriken und landwirtschaftlichen Betrieben sei nur durch den schnellen Einsatz von Organisationen wie USAID und europäischen Ländern wie Schweden oder Norwegen zustande gekommen, die hier schnell gehandelt haben. „Was hat Bosnien-Herzegowinas eigene Regierung getan?“, fragen Barth und Miller.

Bürger verdienen Besseres

Barth und Miller betonen in ihrem Text auch die Leistung der freiwilligen Helfer, Einsatzkräfte und Diaspora-Gruppen währen des Hochwassers. „Unglücklicherweise wurden die Bemühungen von Politikern abgelehnt, die ihre persönlichen Imperien errichtet haben, indem sie ständig ethnischen Zwist, Schuldzuweisungen und Opfermythen verbreitet haben“,  heißt es hier. Diese politischen Taktiken seinen in der Geschichte genutzt worden, um die Bürger zu manipulieren, zu entzweien und zu kontrollieren.

„Die Wahlen im Oktober sind die Zeit für alle Bürger, gehört zu werden und den Kurs für die Zukunft zu bestimmen. Die Flut enthüllt zahllose Beispiele des Guten in den gewöhnlichen Menschen in Bosnien-Herzegowina und des Schlechten in deren Politikern. Diese Bürger verdienen mehr“, heißt es anschließend.

KOSMO-Redaktion

Link zum gesamten Text auf Bosnisch und Englisch


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