SPORT 16.10.2014

Skandalspiel Serbien - Albanien: UEFA ermittelt

Der Spielabbruch beim Fußballmatch Serbien – Albanien, welches durch Gewalt von Fans und Spielern überschattet wurde, sorgt noch immer europaweit für Reaktionen. Bis spätestens nächsten Donnerstag wird ein Urteil der Europäischen Fußball-Union UEFA erwartet.


„Wir sind sehr enttäuscht über den Abbruch des Fußballspiels“, sagte am Mittwoch Catherine Ashton, eine Sprecherin der Europäischen Kommission. Zu den Unruhen kam es nachdem unbekannte Täter eine Flagge des sogenannten Großalbanien mit einer ferngesteuerten Drohne durch das Stadion gelenkt hatten. Als der serbische Spieler Stefan Mitrović die Flagge herunter riss, griffen ihn mehrere albanische Spieler an und es kam zu mehreren Prügeleien, an denen auch Fans beteiligt waren. Zunächst wurde vermutet, dass die Drohne vom Bruder des albanischen Regierungschefs Edi Rama gelenkt wurde: Diese Vorwürfe wurden nun jedoch von mehreren Beteiligten dementiert.

„Im Voraus vorbereitete Provokation“

Der serbische Außenminister Ivica Dačić hält die Ereignisse im Belgrader Stadion für „eine im Voraus bereitete politische Provokation“. Sein Regierungskollege und Arbeitsminister Aleksandar Vulin brachte den Vorfall mit dem heute stattfindenden Belgrad-Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung.
Der Zwischenfall beim Spiel wird sich jedoch nicht auf den geplanten Besuch vom albanischen Premierminister Edi Rama auswirken. „Die Entscheidung, Belgrad nach so vielen Jahrzehnten (zuletzt hatte dies Enver Hoxha im Jahre 1947 getan, Anm.) zu besuchen, ist ein wichtiger Schritt für alle am Balkan", sagte die Regierungssprecherin Mimi Kodheli laut Medienberichten.

„Unentschuldbar“


UEFA-Präsident Michel Platini bezeichnete die gewalttätigen Ereignisse als „unentschuldbar“. „Unser Spiel sollte niemals mit jeglicher Art von Politik vermischt werden“, so Platini. Die UEFA hat ein umfangreiches Disziplinarverfahren eröffnet und ermittelt dabei gegen die Verbände der beiden Länder. Als Termin für die Verhandlung vor der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer nannte der Verband den 23. Oktober.

KOSMO-Redaktion

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