BALKAN 21.10.2013

Titos Witwe Jovanka Broz verstorben

© zVg.
Am vergangenen Sonntag (20. Oktober 2013) verstarb Titos Witwe Jovanka Broz in einem Krankenhaus in Belgrad.


Sie führte ein schillerndes Leben als First Lady des ehemaligen Jugoslawien und wurde nach ihrer Trennung von Staatsoberhaupt Tito aus der Gesellschaft verstoßen. Gesten verstarb eine der letzten Symbolfiguren des ehemaligen Jugoslawien. Jovanka Broz starb 89-jährig nach einer mehrmonatigen Krebstherapie in einem Krankenhaus in Belgrad.

Jugoslawiens First-Lady

Ihre Ehe mit Tito glich einem Film. Mit 17 Jahren schloss sich die Bauerntochter den Partisanen als Krankenschwester an. Dort lernte sie den charismatischen Partisanenführer Josip Broz, genannt Tito, kennen, wurde seine persönliche Sekretärin und schließlich seine Ehefrau. Die beiden heirateten 1952. In den folgenden Jahrzehnten waren sie das, was man heute als „Power-Paar“ bezeichnet. Sie verkehrten mit Staatsoberhäuptern, Monarchen und Hollywood-Stars. Auch entscheidender politischer Einfluss wurde der Präsidentengattin zu der Zeit nachgesagt.

Jahrzehnte der Verstoßung

Als es Ende der 1970er zur Trennung mit Tito kommt, ist das ein brutaler Bruch im Leben von Jovanka Broz. Das Begräbnis im Mai 1980 sollte ihr letzter öffentlicher Auftritt werden. Nach Titos Tod wird sie in einer verfallenen Belgrader Villa unter Hausarrest gestellt, ihr Besitz und ihre Ausweispapiere werden konfisziert. Die einstige First Lady wird zu einem Leben in Isolation verdammt. Zu groß ist die Angst, sie könnte Geheimnisse des damaligen Regimes offenlegen. Und auch lange nach dem Zerfall des einstigen Vielvölkerstaats bleibt Jovanka Broz isoliert. Erst 2006 bekommt sie von der serbischen Regierung einen Ausweis, 2009 einen Reisepass.

Letzte Ruhe in Titos Mausoleum?

Zuletzt kam die kinderlose Witwe aufgrund einer im Juni veröffentlichten Biografie noch einmal ins mediale Rampenlicht (siehe KOSMO-Bericht). In dem vom Publizisten Žarko Jokanović aufgezeichneten Buch werden intime Details ihres Ehelebens verraten.

Nach ihrem Ableben stellt sich die Frage, wo die Witwe des einstigen Staatslenkers beigesetzt werden soll. Ihr Wunsch, neben ihrem Mann im Belgrader „Haus der Blumen“ beigesetzt zu werden, wurde von der serbischen Regierung zuerst abgelehnt. Zu hoch seien die Kosten für die Öffnung des Sarkophags, war die offizielle Stellungnahme dazu. Nach einer heute abgehaltenen Sitzung ließ die serbische Regierung verlautbaren, dass man den letzten Willen der Verstorbenen respektieren und sie in einem Raum neben Titos Grabkammer beisetzten würde.

KOSMO-Redaktion

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