INTEGRATION 07.08.2014

Studie: Zuwanderer vertrauen in österreichische Demokratie

© Parlamentsdirektion / Christian Hikade
Eine aktuellen Studie untersuchte die politischen Einstellungen von Migranten: Hohe Zufriedenheit mit der österreichischen Demokratie und der EU, starke Bindung an Österreich, aber tendenziell schwächeres Demokratiebewußtsein.


In einer im Juli veröffentlichten Studie des Österreichischen Integrationsfonds und der Donau-Universität Krems wurden die Einstellungen von Wählerinnen und Wählern mit Migrationshintergrund untersucht. Über 600 Menschen mit Migrationshintergrund wurden in den Wochen vor der Nationalratswahl 2013 und der EU-Wahl im Mai 2014 zu ihren politischen Einstellungen befragt. Ausgewählt wurden ausschließlich Personen, die im Ausland geboren sind, oder deren Eltern beide im Ausland geboren wurden.

Hoher Glaube an österreichische Demokratie

Auf die Frage, wie sie das Funktionieren der österreichischen Demokratie beurteilen, antworteten insgesamt 74 Prozent mit  sehr gut (17 Prozent) oder mit gut (57 Prozent). Ein Unterschied ist hier vor allem zwischen den Migranten der ersten Generation und ihren Nachkommen zu bemerken. Während bei der ersten Generation rund 72 Prozent mit der Demokratie in Österreich im Großen und Ganzen zufrieden sind, ist es bei der zweiten Generation nur eine knappe Mehrheit von 53 Prozent. Ähnlich Kritisch zeigten sich aber auch Zuwanderer aus Deutschland und der EU. Hier antworteten je 58 Prozent, dass sie zufrieden oder sehr zufrieden seien. Am zufriedensten waren die Zuwanderer aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien (72 Prozent) und der Türkei (71 Prozent).

Positive EU-Einstellung

Insgesamt zeigte die Studie, dass Migranten gegenüber der EU eine positivere Einstellung haben, als die Gesamtbevölkerung. Die Mitgliedschaft in der EU sehen 53 Prozent der Migranten als eine gute Sache an. Das ist ein leicht höherer Wert als in der Gesamtbevölkerung (49 Prozent). Dementsprechend gab es auch weniger EU-Kritiker unter den Migranten (21 Prozent), als in der Gesamtbevölkerung (25 Prozent). Migranten assoziierten die EU deutlich seltener mit Begriffen wie „Geldverschwendung“, „mehr Kriminalität“ oder „mehr Arbeitslosigkeit“, dafür aber häufiger mit „kultureller Vielfalt“ und „Reisefreiheit“.

Hoher Verbundenheit mit Österreich

Die Verbundenheit mit Österreich war unter den Migranten auffallend hoch: Rund 79 Prozent der Zuwanderer erster Generation und 86 Prozent der Migranten zweiter Generation fühlen sich mit Österreich sehr stark oder eher stark verbunden. Gleichzeitig ist die Bindung zum ursprünglichen Herkunftsland  bei der ersten Generation (77 Prozent) und insbesondere bei der zweiten Generation (52 Prozent) geringer als die Verbindung zu Österreich. So ist es auch 73 Prozent der Befragten wichtig, sich am politischen System in Österreich zu beteiligen.

Bei der grundsätzlichen Zustimmung zur Demokratie zeigen sich Unterschiede in der Bewertung der Migranten und der gesamten Wahlberechtigten. Während bei der Gesamtbevölkerung 81 Prozent die Demokratie als die beste Regierungsform betrachten, stimmen nur 49 Prozent dieser Aussage vollständig zu, 38 Prozent stimmen der Aussage eher zu. Insgesamt ist die ausgesprochene Ablehnung der Demokratie mit 12 Prozent bei den Migranten etwas höher als bei der Gesamtbevölkerung (8 Prozent).

KOSMO-Redaktion

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