INTEGRATION 27.03.2014

Studie: Migrantinnen im Schulsystem benachteiligt

© KOSMO
Eine gestern präsentierte Studie zeigt, dass Frauen mit Migrationshintergrund besonders stark von Diskriminierung im Schulsystem betroffen sind.


Im Rahmen einer Studie des Expertennetzwerks leran forever wurden Frauen mit Migrationshintergrund zu ihren Erfahrungen vom Kindergarten über die Schule bis zum Arbeitsmarkt befragt. Die befragten Frauen waren zwischen 19 und 35 Jahre alt und stammten aus der Türkei und den Ländern Ex-Jugoslawiens.

Das Ergebnis ist, dass Frauen mit Migrationshintergrund öfter niedrige Bildungsabschlüsse haben bzw. ihre Ausbildung abbrechen. Im Schulsystem haben sie häufiger mit Diskriminierung und  pauschaler Beurteilung zu kämpfen. Viele der Betroffenen werden automatisch in Hauptschulen, Sonderschulen oder schlechtere Leistungsgruppen zugewiesen oder berichten von Mobbing in der Schule. Besonder stark betroffen sind laut der Studie Mädchen mit Kopftuch. Den Eltern fällt es aufgrund von Sprachproblemen oft schwer, ihre Kinder in der Schule zu unterstützen. Insgesamt 17 Prozent der in Österreich lebenden jungen Frauen (bis 14 Jahre) sind Migrantinnen der zweiten Generation.

Auf der Pressekonferenz zur Präsentation der Ergebnisse wurden auch Vorschläge zur Verbesserung der Situation gemacht. Dazu gehören mehr muttersprachliche Informationen für die Eltern, eine bessere Verteilung der Kinder in den Schulen und Klassen so wie Schulungen für interkulturelle Kompetenz bei den Lehrern. Ebenso wichtig wäre ein leichterer Wechsel zwischen den Schultypen, so die Experten.

KOSMO-Redaktion

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