POLITIK 20.09.2013

Strache stellt Bosnien-Herzegowina in Frage

© Drago Palavra / KOSMO
Heinz-Christian Strache bezeichnet Bosnien-Herzegowina als „künstliches Gebilde“. Eine gezielte Provokation des FPÖ-Obmanns.


„Bosnien ist ein künstlich aufrechterhaltener Staat, wo Serben und Kroaten daran gehindert werden, im Rahmen der Selbstbestimmung zu entscheiden, ob sie Teil Kroatiens oder Serbiens werden wollen“ sagte Heinz-Christian Strache im Interview mit der Wiener Zeitung  (18. September 2013) und sorgte damit für Empörung.

Es ist kein Zufall, dass er diese Provokation in den letzten Tagen des Wahlkampfs tätigt. Strache versucht nun schon seit einigen Jahren auf plumpe Weise um die Gunst der nationalistischen serbischstämmigen Wählerschaft in Österreich zu buhlen. Er sprach sich gegen eine Anerkennung des Kosovo aus und posiert regelmäßig auf Wahlplakaten mit der Brojanica, der blauen Gebetsschnur der serbisch-orthodoxen Kirche, am Handgelenk.


Reaktion aus Bosnien-Herzegowina

In einer offiziellen Stellungnahme aus Bosnien-Herzegowina will man den Aussagen des FPÖ-Chefs nicht unnötiges Gewicht verleihen: „Wir bedauern, wenn jemand Bosnien-Herzegowina für ein künstliches Gebilde hält, werden aber solche Leute nicht vom Gegenteil zu überzeugen versuchen. Sämtliche historischen und rechtlichen Umstände sowie die Lebensrealität zeigen etwas völlig anderes“, so Amer Kapetanović, Sprecher des Außenministeriums von Bosnien-Herzegowina zu KOSMO.

„Bosnien-Herzegowina als multiethnisches Land hat eine klare Perspektive in Sachen EU-Beitritt“, stellt Amer Kapetanović unmissverständlich klar. „Österreich und Bosnien-Herzegowina werden die gute Zusammenarbeit fortsetzen, ganz gleich, wer die Wahlen gewinnt.“

KOSMO-Redaktion

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