INTERVIEW 26.05.2014

Stoka: „Gott gibt mir die Gangster-Reime“

© zVg.
Vor seinem Auftritt beim BIG BALKAN BANG am 28. Mai im Wiener Club "Fania Live" sprachen wir mit Stoka über sein neues Album, seine Drogensucht, den Glauben und die Zusammenarbeit mit dem Wiener Rapper Kid Pex.

Marin Ivanović, in der Rap-Szene besser bekannt als Stoka, ist einer der bekanntesten Rapper Zagrebs. Nach einem Jahr Entzugstherapie in Barcelona, wo er seine Drogensucht bekämpfte, ist er wieder bereit durchzustarten.

KOSMO: Wie fühlst du dich nach deinem Aufenthalt in Spanien, wo du auf Entzug warst?

Stoka: Ich fühle mich fitter denn je und habe wieder Hunger nach der ganzen Rap-Geschichte. Aufnahmen, Auftritte, Videodrehs und alles, was dazugehört. Ich bin im Leben oft gefallen, habe schlimme Dinge erlebt, aber Gott sei Dank  liegt das jetzt alles hinter mir. Endlich lebe ich das, was ich immer leben wollte, und auch meine Freunde, meine Familie haben mir noch eine Chance gegeben. Zum Konzert nach Wien nehme ich jetzt auch meinen Vater mit. Ich bin meiner Familie dankbar und ich will es ihnen doppelt zurückzahlen, dass sie immer zu mir gehalten haben.

Wie kommst du mit dem neuen Album voran?

Bald veröffentliche ich das Album „Zg Gangsta“, auf dem mein bekannter Zagreber Flow dominiert. Das ist es, wofür ich bekannt bin - ebenso wie für meinen Sound der Neunziger. Hier will ich auch nicht zu viel ändern oder experimentieren. Ich will mir selbst in jeder Hinsicht treu bleiben, aber ich glaube, dass das Album niemanden kalt lassen wird. Später, im Sommer, kommt das gemeinsame Album von Nered und mir heraus. Darauf warten die Leute schon lange, und ich glaube, das wird bei den Rap-Fans echt einschlagen.

Du hast auch mit dem Wiener Rapper Kid Pex zusammengearbeitet. Wie war das?

Kid Pex ist ein Bursche mit einem großen Herzen für die Hip-Hop-Kultur und auch einer großen Liebe zum Rap. Ich glaube, dass wir eine Supersache gemacht haben, die Zagreb und Wien verbindet. Ich schätze seine Professionalität und freue mich, dass wir jetzt auch in Wien gemeinsam performen werden.

 „Ich bin Zagreb“, „Für die Stadt, die ich habe...“ – du hast viel über deine Heimatstadt geschrieben. Welche Themen gibt es noch?

Zagreb ist meine Heimatstadt, und deswegen klingt mein Rap auch so, wie er klingt. Außer Zagreb beziehe ich jedoch auch andere Themen in den Rap ein. So wie der High Kick die Stärke von Mirko Filipović ist, ist der Zagreb-Flow mein Markenzeichen.

Wie oft warst du schon in Österreich, kennst du Wien?

In Wien war ich vielleicht zehnmal. Schon als Kind sind meine Eltern mit mir zum Spaß in den Prater gegangen, und das ist noch immer meine erste Assoziation mit Wien. Auch beim letzten Mal, als ich hier war, war ich im Prater. Später als Jugendlicher bin ich in Wien einmal fast im Gefängnis gelandet. Da habe ich beim Robbie Williams-Konzert ständige irgendwelche terroristischen Scherze gemacht, habe einen Turban aufgesetzt und aus Spaß geschrien: „Hamas, Hamas“. Ich wäre fast verhaftet worden… (lacht)

Kürzlich haben wir gehört, dass du auch Lieder mit religiöser Thematik geschrieben hast, eines hast du dem Priester Fra Zvjezdan Linić gewidmet. Können wir noch weitere Lieder mit dieser Thematik erwarten?

Ich habe zehn Lieder mit religiöser Thematik geschrieben und bin ziemlich sicher, dass nach meiner Rückkehr auch ein solches Album folgen wird. Gott gibt mir die Gangster-Reime! Es ist Zeit, dass wir anfangen, ihn durch den Rap zu feiern!

Was kann das Wiener Publikum von deinem Auftritt erwarten?

Das Publikum kann einen Flow erwarten, der es sie aus den Schuhen hauen wird. Ich werde alles geben, wie immer, und das wird auch denen gefallen, die sonst keinen Rap hören. Das Publikum bekommt in jedem Fall etwas, das es noch nie irgendwo gehört  hat. Dieses Konzert wird niemanden gleichgültig lassen. Und zwar wirklich niemanden!

ImWeb:

BIG BALKAN BANG - STOKA (HR), KID PEX, 24/7


Interview: Zoran Radojković Pile / KOSMO

Das könnte Sie auch interessieren:

Kid Pex: „Barbara Rett steht auf meiner Liste“

Interview Frenkie: „Bosnien muss sich erheben“

Der Timbaland aus Fünfhaus

LESEN SIE MEHR AUS DER KULTUR

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook