WIEN 14.08.2013

Startschuss für autofreie Mariahilfer Straße

© zVg.
Mit der verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße wird es ab 16. August ernst. Bereits ab 14. August wird der Autoverkehr gesperrt. Damit startet eine ganz neue Phase für das Wiener Stadtbild.


Heute kann man sich kaum vorstellen, dass sich vor wenigen Jahrzehnten auf der Wiener Kärntner Straße und rund um den Stephansdom die Autokolonnen drängten. Trotz anfänglichen Widerstands gilt die Kärntner Straße mittlerweile als Musterbeispiel für eine gelungene Fußgängerzone; sie hat sich längst als Magnet für Touristen und Wiener gleichermaßen etabliert.

Im Vorfeld der Neugestaltung der Mariahilfer Straße war die Kritik der betroffenen Geschäfts- und Lokalbesitzer ebenso groß wie damals. Ob die Befürchtungen begründet waren oder nicht, wird sich bald zeigen. Am 16. August startet der Testbetrieb der neuen Mariahilfer Straße. Bereits ab Mittwoch, 14. August, 20:00 Uhr, ist der KFZ-Verkehr in der Mariahilfer Straße gesperrt. In einer mehrmonatigen Evaluierungsphase soll die Entwicklung genau beobachtet, Anrainer befragt und wenn nötig, Änderungen umgesetzt werden.

Autoverkehr gibt es in Zukunft nur noch in den „Begegnungszonen“ zwischen Andreasgasse und Kaiserstraße und Kirchengasse bis Getreidemarkt. Dort sind Autos, Radfahrer und Fußgänger gleichberechtigt und an Tempo 20 gebunden. An drei "Kiss and Ride"-Plätzen soll das kurze Stehenbleiben und Ein- und Aussteigen möglich sein. Insgesamt gibt es aber keine Parkmöglichkeiten für Autos. Von der Andreasgasse bis zur Kirchengasse ist die Mariahilfer Straße für Fußgänger und Radfahrer reserviert. Ausnahmen gibt es nur für Lieferanten, Taxis und die Buslinie 13A.


Evaluierung und Nachbesserung

Genau hier sehen die Busfahrer der Wiener Linien Nachbesserungspotenzial. Die bestehende Bus-Route des 13A fällt jetzt in die Fußgängerzone. Bisher haben bereits 400 Buslenker der Wiener Linien eine Petition gegen diese Pläne unterzeichnet. Sie befürchten eine hohe Unfallgefahr für die Passanten in diesem Abschnitt. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Die Grünen) sieht andererseits keinen Handlungsbedarf und vertraut auf die derzeitigen Pläne. Die Busspur sei durch die rote Färbung eindeutig erkennbar. "Wenn die Problematik groß wird, reagieren wir", sagte ein Sprecher der Stadträtin im „Kurier“. Die Grünen sehen der Neugestaltung optimistisch entgegen.

Es wird allerdings noch dauern, bis wir das endgültige Gesicht der neuen Mariahilfer Straße zu sehen bekommen. Die architektonische Neugestaltung soll erst ab 2014 umgesetzt werden. Die Planung zur Möblierung und Nutzung der frei gewordenen Flächen soll noch in diesem Jahr bekanntgegeben werden.

KOSMO-Redaktion

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