INTEGRATION 06.02.2014

Staatsbürgerschaft: Neue Kriterien für Promi-Einbürgerungen

© zVg.
Das Innenministerium erarbeitete einen Kriterienkatalog für die Einbürgerung aufgrund außerordentlicher Leistungen. Bisher wurde das Fehlen konkreter Bedingungen für den Verleih der Staatsbürgerschaft kritisiert.


Normale Einwanderer müssen jahrelang in Österreich leben und ihre Integration und Kenntnisse über das Land und die Sprache erst einmal unter Beweis stellen, bevor sie eine österreichische Staatsbürgerschaft bekommen können. Währenddessen erhalten prominente Einbürgerungswillige oftmals einen schnellen und unbürokratischen Zugang zum begehrten österreichischen Pass. Der Fall der russischstämmigen Sopranistin Anna Netrebko wird hier gerne ins Feld geführt.

Ein kürzlich öffentlich gewordener Entwurf des Innenministeriums soll die Voraussetzungen für eine außerordentliche Einbürgerung neu regeln und damit Kritik an der intransparenten Vorgehensweise beseitigen. Die außerordentliche Verleihung der Staatsbürgerschaft soll, wie es in dem Papier aus dem Innenministerium heißt, nur noch dann geschehen, wenn sie „dem besonderen Interesse der Republik in besonderem Maße dienen“.

Leistungen strenger bewertet

Der Kriterienkatalog umfasst wissenschaftliche, wirtschaftliche, sportliche und künstlerische Leistungen, die für die Anerkennung einer außerordentlichen Staatsbürgerschaft notwendig sind.

Besonders streng sind die Kriterien bei Sportlern. So muss ein Sportler ein Leistungsniveau bringen, das kein anderer österreichischer Leistungssportler erreichen kann, er muss seine Leistungen seit über einem Jahr in Österreich erbracht haben und voraussichtlich auch noch länger leistungsfähig sein.

Wissenschaftler müssen eine hohe internationale Reputation, eine Lehrtätigkeit in Österreich oder eine Arbeit an einem noch unerschlossenen Forschungsfeld vorweisen können. Für die Einbürgerung aufgrund wirtschaftlicher Leistungen kommen Firmeninhaber oder leitende Persönlichkeiten in der Wirtschaft in Frage bzw. Personen, die für maßgebliche Investitionen oder die Schaffung von Arbeitsplätzen in Österreich verantwortlich sind.

Der Grad der Integration wird, im Gegensatz zu den normalen Einbürgerungen, nicht erwähnt.

KOSMO-Redaktion

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