KOMMENTAR 27.02.2015

Sprachliche Frühförderung: bitte auch für die FPÖ!

© zVg.
Bundesministerin Sophie Karmasin schnürt ein 90 Millionen Euro schweres Paket für die sprachliche Frühförderung. Sie müsste das Paket dringend auch auf die FPÖ ausweiten...


„Hausordnug“, „lernern“, die neuerliche Plakat-Lachnummer der steirischen FPÖ ist nur die letzte in einer in der Reihe von sprachlichen Fauxpas der Blauen. Die soziale Heimatpartei – wie sich die FPÖ oft nennt – präsentiert sich gerne als Beschützerin der österreichischer Kultur und der deutschen Sprache. Welch eine Absurdität, sich als großer Patriot zu brüsten und gleichzeitig so schlampig mit der eigenen Muttersprache umzugehen. Seit Jahren wird die FPÖ für ihre sprachlich fehlerhaften Werbebotschaften und Plakate überall ausgelacht – mal sind es Tippfehler, mal die Rechtschreibung, oft der flapsige umgangssprachliche Stil ihrer Aussendungen, mit Konstruktionen, die in der deutschen Hochsprache nichts zu suchen haben. Dennoch ist diese Partei offenbar lernresistent. Jede Lehrerin und jeder Lehrer würde einer solchen lernfaulen FPÖ eine Klassenwiederholung anordnen.

Klassenwiederholung anordnen

Auf der anderen Seite bemühen sich viele, die von der FPÖ zu oft pauschal kriminalisiert werden, die deutsche Sprache mit Ehrgeiz zu lernen. Der 17-jährige Ahmad aus Afghanistan ist so einer: Vor zwei Jahren ist er als unbegleiteter Minderjähriger nach Österreich gekommen. Mittlerweile spricht der junge Asylsuchende sehr gut Deutsch, nimmt an Sportwettbewerben in Österreich teil; er will studieren und Politiker werden. Dabei ist er alleine in Österreich, ohne Eltern und mit einer ungewissen Zukunft. Wenn ich mir solche Beispiele ansehe, dann frage ich mich: Wer respektiert eigentlich dieses Land mehr? Diejenigen, die traumatisiert und unter widrigsten Verhältnissen innerhalb kürzester Zeit die Sprache lernen? Oder diejenigen, die trotz vieler Möglichkeiten, die ihnen in Österreich zur Verfügung stehen, nach wie vor lernresistent sind? Aus diesem Grund wünsche ich Ahmad, dass er eines Tages tatsächlich ein österreichischer Politiker wird. Zumindest wüsste ich dann, dass er sich bemühen würde...

Nedad Memić / KOSMO

Schäm dich nicht für deine Sprache!

FPÖ-Politiker nach Hass-Postings zurückgetreten

Wirtschafskammerwahl: Migrantischer Phantom-Kandidat auf FPÖ-Liste

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook