POLITIK 27.05.2015

Ultranationalist Seselj droht Hausarrest

© zVg.
Nach dem gestrigen Auslafen der Frist für die Auslieferung Vojislav Šešeljs ans Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, rechnet man mit einer längeren rechtlichen Prozedur.

Wie Saša Obradović, Serbiens Regierungsbeauftragter im Fall Šešelj, gegenüber der Nachrichtenagentur Tanjug bestätigte, werde sich Serbien im Fall Šešelj an die heimischen Rechtsbestimmungen halten. Solange es keinen richterlichen Haftbefehl des Gerichts in Den Haag gebe, könne auch kein Auslieferungsverfahren eingeleitet werden, so Obradović. Bisher habe man lediglich ein Schreiben über die Entscheidung des Gerichts erhalten, das die Freilassung des Angeklagten Šešelj revidiert.

Hausarrest möglich

Sollte es dennoch zu einer Auslieferung von Vojislav Šešelj nach Den Haag kommen, könnte der Anführer der Serbischen Radikalen Partei (SRS) seine Zeit bis dahin in Hausarrest verbringen. Das wurde laut der serbischen Tageszeitung Novosti von inoffiziellen Regierungsquellen bestätigt.

Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte serbische Ultranationalist war im vergangenen Herbst wegen einer Krebserkrankung aus der Haft in Den Haag entlassen worden. Nach zahlreichen provozierenden Auftritten hatte der Berufungssenat des UNO-Tribunals seine Entscheidung über die Freilassung revidiert und eine Rückkehr Šešeljs verlangt. Šešelj selbst hatte immer wieder betont, nicht freiwillig nach Den Haag zurückkehren zu wollen.

KOSMO-Redaktion

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