KARRIERE 03.06.2015

Serbische Brainpower in Wien

© KOSMO / Radule Božinović
Der Partner der Firma MILS Computer, Gordan Todorović, findet dass er mit seiner Auswanderung aus Serbien nichts versäumt hat und dass ihm auch in Österreich nichts vorenthalten worden ist.

In der Lebens- und Arbeitsgeschichte von Gordan Todorović (43) gibt es weder Nostalgie noch Unzufriedenheit. Im Gegenteil, der Mann aus Niš, der bereits seit 19 Jahren in Österreich lebt, ist voller Optimismus und feinem Humor, wie sie Menschen eigen sind, die sich selbst verwirklicht haben.

 „Alles, was ich angefangen habe, auch meine Übersiedlung nach Wien, ist ohne großen Stress und ohne Brüche verlaufen“, erzählt er. Mit seiner damaligen Freundin und heutige Ehefrau Dragana und ich hat er sich 1996 entschieden, die Ausbildung in Wien fortzusetzen. Er war damals Absolvent der elektrotechnischen Fakultät und sie wollte in Chemie ein Promotionsstudium aufnehmen. „Ihre und meine Familie unterstützten uns bedingungslos, und in Wien lernten wir von Anfang an gute und freundliche Menschen kennen“ geht Gordan Todorović entspannt durch seine Erinnerungen. Und genau diese guten Menschen verwiesen den jungen Studenten an Milutin Savković, den Inhaber der Firma MILS Computer, bei der er seinen ersten Job als Techniker erhielt.

 „Das war eine große Hilfe für mich. Milutin hat mir eine Chance gegeben und dafür werde ich ihm immer dankbar sein. Jetzt sind es fast 18 Jahre, die Milutin und ich zusammenarbeiten und heute sind wir wie eine Familie. Heute bin ich Partner in der Firma“, erzählt uns Gordan und bedauert, dass Herr Savković gerade geschäftlich unterwegs ist und seine Worte nicht bestätigen kann.

Schritt für Schritt zum Erfolg

Als die Firma MILS Computer vor 20 Jahren gegründet wurde, war das eine Seltenheit unter unseren Landsleuten. Milutin und Gordan entwickelten sie mit vereinten Kräften zu einem beneidenswerten Niveau und heute zählt ihr Team etwa zehn Fachkräfte. Unsere Klienten sind Firmen, die bis zu 50 Leute beschäftigen, aber natürlich auch ganz kleine. Wir planen, installieren und warten ihre Telekommunikations- und Computerinfrastruktur. Wie haben 60 ständige Kunden in Wien und Umgebung und etwa ebenso viele, die unsere Leistungen nur von Zeit zu Zeit in Anspruch nehmen.“, betont Gordan Todorović stolz.

An der Fassade ihres Geschäftssitzes hat diese Firma keine große Reklame, wie das sonst üblich ist. „Unsere beste Reklame ist die Qualität unserer Arbeit. Alle unsere Klienten haben wir über Empfehlungen bekommen und das funktioniert hervorragend.“, erklärt Gordan.

Positive Bilanz


 „Meine Frau Dragana und ich haben zwei Töchter, Andrea (17) und Antonia (8). Wir sind sehr stolz auf sie, denn sie sind gute, gescheite Kinder und gute Schülerinnen“, sagt unser Gesprächspartner und stellt fest, dass alle seine Erwartungen aus der Zeit, als er nach Österreich kam, in Erfüllung gegangen sind. „Schlechte Erfahrungen sind mir erspart geblieben. Kennen Sie sonst noch jemanden, der bei der ersten Firma geblieben ist, bei der er in Wien Arbeit gefunden hat? Und so ist es auch mit den Freunden… Ich bin auf Verständnis gestoßen, als ich die Sprache noch nicht gut konnte, ich hatte, auch als die Serben in diesem Teil der Welt nicht gerade beliebt waren, keine Probleme wegen meiner Herkunft, ich habe niemals irgendeine Form der Diskriminierung von Menschen oder staatlichen Behörden erlebt. Wenn ich alles abwäge, bin ich sicher, dass ich mit meiner Auswanderung aus Serbien nichts versäumt habe und dass mir auch in Österreich nichts vorenthalten worden ist“, unterstreicht Gordan Todorović.

Vera Marjanović / KOSMO

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