POLITIK 04.12.2014

Serbiens OSZE-Vorsitz spaltet Europa

Dass Serbien 2015 den OSZE-Vorsitz übernehmen wird, steht schon seit Jahren fest. Aufgrund der Ukraine-Krise sorgt diese Tatsache nun aber für gespaltene Meinungen in Europa.

Laut Berichten mehrer europäischer Medien könnte vor allem das besondere Verhältnis Serbiens gegenüber Moskau eine Rolle spielen. „Auch der serbische Außenminister Ivica Dačić scheint nicht gerade erfreut zu sein, dass auf Serbien plötzlich so viel Verantwortung lastet“, berichtet Deutschlandfunk.

„Wir müssen das machen, ob wir das wollen oder nicht. Nicht diese Regierung hat die Kandidatur für den OSZE-Vorsitz beantragt. Das wurde schon vor Jahren gemacht, als Boris Tadić serbischer Präsident war. Damals herrschte ein anderes politisches Klima. Keiner hat mit einer Krise gerechnet. Dies ist jetzt eine große Herausforderung. Und wir werden uns damit beschäftigen müssen“, sagt der serbische Chefdiplomat Dačić.

Serbien als Vermittler

Optimistischer gibt sich der serbische Regierunschef Aleksandar Vučić: "Wir werden eine sehr ernsthafte, verantwortungsvolle und konstruktive Rolle einnehmen, die sowohl der Osten als auch der Westen respektieren werden“. Die serbische Politikwissenschafterin Sonja Stojanović meint hingegen, dass das enge Verhältnis zu Russland und die gleichzeitigen Europa-Bestrebungen des Landes produktiv für eine Rolle Serbiens als Vermittler sein könnten. 

"Es wird erwartet, dass Serbien bei der Überbrückung der Kluft zwischen Russland und Westeuropa hilft, indem es gute Beziehungen mit dem einen wie dem anderen pflegt, in dem es sozusagen Raum für wechselseitige Treffen schafft", so Stojanović, Direktorin des  Zentrums für Sicherheitspolitik in Belgrad.

KOSMO-Redaktion

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