BALKAN 16.10.2013

Serbien/Kroatien: Dialog der Staatspräsidenten

© zVg.
Beim ersten Besuch des kroatischen Staatspräsidenten bei seinem serbischen Amtskollegen in Belgrad werden Probleme zwischen den beiden Ländern besprochen.


Heute begann der erste offizielle Staatsbesuch des kroatischen Präsidenten Ivo Josipović in Belgrad mit einem feierlichen Staatsempfang durch den serbischen Staatspräsidenten Tomislav Nikolić. Ziel des zweitägigen Besuchs ist, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern.

Zu den Inhalten der Gespräche zwischen Josipović und Nikolić gehören unter anderem die offenen Fragen bezüglich der im Krieg verschwundenen und vertriebenen Menschen in beiden Ländern. Die  gegenseitigen Völkermordklagen zwischen Kroatien und Serbien zählen neben dem derzeitigen Konflikt um die kyrillische Schrift zu den größten Belastungen der Beziehungen.

Ebenfalls zur Sprache kommen wirtschaftliche Fragen, wie die Klärung des Zigaretten-Streits zwischen Serbien und Kroatien (siehe KOSMO-Bericht) bei dem es um die Erhöhung der Zölle auf die Einfuhr kroatischer Zigaretten nach Serbien geht.


Dialogbereitschaft auf beiden Seiten

In einer ersten Stellungnahme vor der Presse gaben die beiden Staatspräsidenten an, dass Serbien und Kroatien von nun an im ständigen Dialog sein würden, um die Probleme zu lösen. „Ich bin überzeugt, dass wir einen ersten Schritt zur Verbesserung der Beziehungen gemacht haben“, sagte Nikolić. Ein Zurückziehen der gegenseitigen Völkermordanklagen sieht er als „letzten Schritt zur endgültigen Besiegelung des Friedens zwischen den beiden Ländern“.

Josipović meinte, dass die kroatische Regierung in dieser Sache noch zu keinem Entschluss gekommen sei. Es seien noch einige offene Fragen zu klären, so der kroatische Staatspräsident.

Im Zuge des zweitätigen Besuchs ist auch ein gemeinsames Treffen mit einer Delegation von Vertretern von Flüchtlingsorganisationen geplant.

KOSMO-Redaktion

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