SPORT 19.03.2015

„Serbien erobert die Formel 1“

© Stefan GP
Zoran Stefanović, der Inhaber der Projektfirma AMCO, versucht schon seit Jahren, in die Formel 1 hineinzukommen. Er verrät uns, wie er das gegen allen Widerstand schaffen will.


KOSMO: Schon 20 Jahre arbeiten Sie daran, mit ihrem Team in die Formel 1 hineinzukommen. Wann wird Ihre Hartnäckigkeit belohnt werden?


Stefanović: Ich erwarte, dass wir es in den nächsten zwei Jahren schaffen, in die Formel 1 hineinzukommen. Der Zeitpunkt wird kommen, wenn man uns nicht mehr ablehnen kann.

Man munkelt, dass Sie ernsthafte Gegner haben, die ihren Eintritt immer blockieren. Wer ist das?


Nein, nein, es gibt keine Gegner. Es gibt nur ungläubige Thomasse.

2010 standen Sie ganz kurz davor, Toyotas Platz in der Formel 1 zu übernehmen. Woran ist das gescheitert?

Wir hatten unsere Büros in Köln und eine komplette Rennabteilung, alles in Absprache mit dem ehemaligen Toyota F1-Team. Meine Leute haben über drei Monate an dem Projekt gearbeitet. Wir hatten insgesamt fast 60 Leute. Leider gab es aber einige, die nicht wollten, dass ein neues Team mit einem guten Auto dazukommt, denn das hätte ihnen einen Strich durch ihre Rechnung in der Championship 2010 gemacht. Und es war realistisch, dass wir gut geworden wären, denn wir hatten das ehemalige Toyota-Team praktisch komplett neu organisiert und das Auto war wirklich hervorragend.

Was würde die Teilnahme Ihres Teams Ihrer Meinung nach für Serbien und die ganze Region bedeuten?

Ich bin überzeugt, dass die Teilnahme unseres Teams aus Serbien, denn hier sollte der Sitz sein, ein außerordentlicher Anreiz für unsere ganze Region wäre. Das wäre der Beweis, dass es hier Potential gibt und dass man hier in einem Sport mit einem so hohen Niveau alles schaffen kann. In der Zeit um 2009/2010 bekamen wir  Anrufe aus der ganzen Welt, weil die Menschen in unserem F1-Team arbeiten wollten. Mir hat sehr gefallen, dass sich auch Leute aus Kroatien, Mazedonien, Slowenien und Bosnien-Herzegowina gemeldet haben.

Woher stammt Ihr Interesse an der Formel 1?

Ich habe mit 17 Jahren begonnen, mich für diesen Sport zu interessieren, denn ich hatte entdeckt, dass die Formel 1 ein technisches Wunder ist. Das war so interessant für mich, dass die Faszination bis heute angehalten hat.

Wie sehen Sie die Zukunft des Motorsports auf dem Balkan?

Ein besonderer Fokus muss darauf liegen, das allgemeine Niveau des Motorsports zu verbessern, besonders die Ausbildung und Spezialisierung der Ingenieure und Techniker sowie auch der Fahrer für die Formel-Rennen. Um diese Prozesse zu beschleunigen, hat meine Firma beschlossen, 2015 eine kleine Formel von 100 PS durchzuführen und sie als Plattform für regionale Wettkämpfe zu etablieren. Das wäre ein echter Fortschritt für die ganze Region und einer von mehreren Effekten unserer Anstrengungen, in der Formel 1 zu starten.

Wann bekommt der Balkan sein Formel 1-Rennen?

Ich glaube, dass nur wenige wissen, dass Jugoslawien 1986 auf dem Weg war, sein eigenes F1-Rennen zu bekommen. Ich habe die Initiative im Sportverein JSD Partizan gestartet und mit dem verstorbenen Generalsekretär Predrag   Manojlović die Organisation aufgenommen. Meine Idee war, den Ring am Grobničko Polje umzubauen. Es wurden auch schon Gespräche mit der Stadt Rijeka geführt und Bernie Ecclestone war auch bereit. Aber durch die Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien wurde das Projekt gestoppt. Leider ist dieser Plan heute nicht mehr möglich. Realistisch gesehen ist es zu teuer, ein F1-Rennen in unsere Region zu bringen.

Wer ist im Moment Ihr Lieblingsfahrer in der Formel 1?

Na, das ist leicht zu beantworten. Ganz klar, Sebastian Vettel. Er ist ein außergewöhnlich schneller Fahrer, bis zu unglaublichen Grenzen präzise, intelligent und mit einer übermenschlichen Konzentrationsfähigkeit.

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