KOMMENTAR 18.02.2014

Schweiz ohne Ausländer – was übrig bleibt

© zVg.
Nachdem sich 50,3 Prozent der Schweizer in einem Referendum gegen „Massenzuwanderung“ und für die Einführung von Migrationsquoten ausgesprochen haben, muss ihr Fußballteam einiges an Spott ertragen.


Wenn man nämlich auf einem Foto der schweizerischen Nationalmannschaft die Köpfe der Zuwanderer durchstreicht – ein Spaß, den sich einige Facebook-User erlaubt haben, - dann kommt man zu dem ernüchternden Schluss, dass in ihrem Team heute nur drei „echte Schweizer“ spielen: Lang, Ziegler und Van Bergen. Was wäre die Schweiz ohne Shaqiri, Mehmedi, Seferović, Drmić und Gavranović?

Sicher wäre sie nicht Achter der Fifa-Weltrangliste, wie sie es heute ist. Und was wäre Österreich, wenn nicht Alaba, Arnautović, Dragović und Junuzović hier spielen würden? Und wäre Frankreich ohne die zahlreichen Fußballgenies mit Wurzeln in Afrika, wie den berühmten Zinedine Zidane, 1998 wirklich Weltmeister geworden?

Wenn man Multiethnizität als gesellschaftlichen Reichtum begreift, wird klar, dass der Sport in der Schweiz der Politik um Lichtjahre voraus ist. Denn gerade die schweizerische Nationalmannschaft zeigt, wie die Schweiz von ihren Zuwandererkindern profitiert.

Wenn ich die xenophoben Parolen und das ständige Schüren von Ängsten vor der angeblichen Gefahr namens „Ausländer“ höre, glaube ich, dass es manchmal besser wäre, das Klima aus den Sportmannschaften auf die politische Bühne zu übertragen. Wenn doch die multiethnischen Sportler auf den Parlamentsbänken säßen statt der frustrierten politischen Elite, die die Menschen, statt sie zu verbinden, immer wieder gegen einander aufhetzt…

Petar Rosandić / KOSMO

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