KOMMENTAR 20.02.2015

Schäm dich nicht für deine Sprache!

Morgen wird zum 15. Mal der Internationale Tag der Muttersprache begangen. Welches Verhältnis haben wir Migranten vom Balkan zu unseren Muttersprachen?

Viele von euch, liebe Leserinnen und Leser, kennen es wahrscheinlich von zu Hause: Eure Eltern versuchen, oft in gebrochenem Deutsch, mit euch zu kommunizieren. Ihr schämt euch manchmal für sie, manchmal ist es euch einfach lustig! Wenn nächstes Mal eure Mama und Papa, die ohnehin ihre Muttersprache perfekt beherrschen, mit euch auf Deutsch zu reden anfangen, sagt ihnen, dass so etwas einfach nicht nötig ist. Sie sollen mit euch einfach in der Sprache kommunizieren, in der sie sich am meisten wohl fühlen. Und das ist eben Bosnisch oder Kroatisch oder Serbisch. Zum Ersten sprechen viele von euch die Familiensprache bzw. die Sprache eurer Eltern eh ganz gut, zum Zweiten verläuft eine solche Kommunikation viel geläufiger und natürlicher.

Sprache als wichtige Ressource

Warum schreibe ich das alles? Weil morgen ja der Internationale Tag der Muttersprache ist. An diesem Tag versuchen wir, Sprachwissenschafter, Politiker, Journalisten, darauf aufmerksam zu machen, wie Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in unseren Gesellschaften wichtig sind. Auch wir, Zuwanderinnen und Zuwanderer vom Balkan, sind Teil dieser mehrsprachigen Gesellschaft. Unser Bosnisch, Kroatisch oder Serbisch wird vielleicht in Österreich nicht so wertgeschätzt wie Französisch oder Spanisch. Es ist aber genauso viel wert wie jede andere Sprache. Die Sprache unserer Heimatländer ist unsere wichtige Ressource, es ist etwas, was uns jedenfalls vielfältiger und reicher macht. Und uns auch hilft, andere Sprachen zu lernen! Wenn euch also nächstes Mal jemand in der Straßenbahn oder in der U-Bahn schief anschaut, weil ihr eben eure Muttersprachen sprecht, dann fragt diese Personen ruhig, wie viele Sprachen denn sie sprechen können. Ich bin mir sicher, ihr werdet besser abschneiden!

Nedad Memić / KOSMO

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