SKURRIL 11.09.2013

Liebe, Sex und Wahlkampf

© zVg.
Noch nie war der Wahlkampf in Österreich so durchdrungen von Liebesbotschaften, sexueller Freizügigkeit und zur Schau gestellter Körperlichkeit.


Den „Liebeswahlkampf“ 2013 startete ausgerechnet die FPÖ, die bisher mit ihren Kampagnen eher negative Gefühle angesprochen hat. Straches eigenwillige Auslegung des Bibelzitats „Liebe deine Nächsten“ erregte schon im August die Aufmerksamkeit von Medien und Kirche. Die dazugehörigen Bilder des lächelnden FPÖ-Chefs in zutraulicher Pose mit einer Dame reiferen Alters lassen eher gruselige Assoziationen aufkommen. „Witwentröster“ ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber das erste, das einem dazu einfällt. Zusammen mit der Exklusion der Ausländer aus dem Liebesgebot der FPÖ-Plakatkampagne will das alles nicht so recht mit dem biblischen Anspruch der Nächstenliebe zusammenpassen.

Die Liebesbotschaften der Grünen kommen wesentlich weniger platonisch daher. Mit Aufklärungsunterricht im Bravoheft-Stil und dem Verteilen von Kondomen fassen sie die Liebesaufforderung wesentlich wörtlicher. Ein, von den Grünen finanzierter, Video-Clip mit (halb-) nackten homo- und heterosexuellen Paaren (Motto: „Unsere Lieblingsstellung: Gleichstellung“) wurde trotz der guten Absicht von Youtube gesperrt.

Der Körperkult von Stronach und Strache (KOSMO hat berichtet) mutete dagegen eher unfreiwillig komisch an und erheiterte uns in der schweren Zeit des medialen Sommerlochs. Der späte Vorstoß des durchtrainierten Tiroler Grünen-Chefs Gebi Mair ging daneben fast unter.

Kurz schien es nun, als würde es auch die SPÖ auf körperliche Stärke setzen: Letzte Woche bekam Werner Faymann Besuch von Muskelmann Arnold Schwarzenegger. Zum Glück behielten beide ihre Kleider an.

KOSMO-Redaktion

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