SPORT 05.11.2013

SK CRO Vienna: Die Fußballstars von morgen

© zVg.
Der populäre Fußballclub der kroatischen Gemeinschaft in Wien ist eine Talentschmiede für Nachwuchskicker.


Fußballspieler, die in der Diaspora geboren und aufgewachsen sind, sind heute oft Stars in  den Nationalmannschaften Kroatiens, Bosnien-Herzegowinas und Serbiens. Ihre Anfänge hatten sie zumeist als Kinder von Auswanderern, in Clubs, die dort von ihren eigenen Landsleuten geführt werden. Einer der bekanntesten Clubs dieser Art in Österreich ist der SK Cro Vienna, ein kroatischer Fußballverein, der 2006 in Wien gegründet wurde.

Der SK Cro Vienna schaffte es in wenigen Jahren, sich aus der dritten Wiener Fußballklasse in die Oberliga emporzukämpfen. Gleichzeitig ist er auch einer der wenigen Clubs, die nicht nur bei den Erwachsenen eine erste und eine zweite Mannschaft unterhält, sondern auch eine eigene Jugendauswahl. Im Club ist man stolz darauf, 160 registrierte, überwiegend kroatische Kinder zu haben, die in den Altersgruppen U9 bis U18 trainieren.

Ruža – Das Herz des Clubs

 „Die Arbeit mit den Jugendlichen ist die Basis unseres Clubs“, sagt die Hauptsekretärin des Clubs, Ruža Stjepanović. „Unser Grundgedanke ist, unseren Kindern und Jugendlichen für ihr Leben sportliche Inhalte anzubieten. Wir wollen sie von der Straße und aus den Cafés holen.“

Ruža Stjepanović ist das Herz des Clubs. Sie kümmert sich um die Registrierung der Fußballer, um die jungen Jahrgänge, die Bezahlung der Schiedsrichter und die Platzmiete, um das Waschen, Bügeln und Herrichten der Trikots und auch um uns Journalisten. „Ich lebe für den Club, ich bin jeden Tag hier und bin stolz auf die Burschen“, sagt Stjepanović.

Aber nicht nur sie darf stolz sein, sondern auch der Präsident des Clubs, Mato Stojanović, und alle Mitglieder und Fans des SK Cro Vienna: Der Club ist in nur wenigen Jahren von der dritten Klasse bis in die Oberliga aufgestiegen und liegt dort aktuell auf dem 12. Platz. Und das alles mit eigenen Mitteln, aus eigener Kraft und eigener Initiative. Seine Antriebskräfte sind dabei vor allem Enthusiasmus, die Liebe zum Fußball, aber auch der Wunsch, den jungen Altersgruppen die Möglichkeit zu bieten, Fußball zu spielen.

Die Stars von morgen


Die Talentscouts der größten österreichischen Clubs wie Rapid, Austria und Admira haben unter den jungen Hoffnungen von Cro Vienna Spieler ihre Spieler rekrutiert. Dazu zählen Namen wie Danijel Klarić (Admira Wacker), Mateo Tadić (Austria Wien), Ivan Lastrić (Wr. Linien) und Ivan Stipić (Wiener Sportklub). Es leicht möglich, dass wir diese jungen Spieler in einigen Jahren, auch im Fernsehen bei Spielen der österreichischen oder einer anderen europäischen Fußballliga sehen können.

Das Ziel des Clubs ist es, in der Jugendarbeit möglichst gute Bedingungen zu schaffen. „Im Laufe der Jahre haben wir es geschafft, zufriedenstellende Bedingungen zu schaffen, aber wir wollen noch einen Schritt weiter gehen“, sagt der Leiter aller Sektionen, Andrija Bubalović. Genauso wie Stjepanović betont auch er, dass es heutzutage schwer ist, als kleiner Fußballclub zu bestehen. Ihre Arbeit kann man kaum mehr als Hobby bezeichnen. Der Verein ist hat mehrere Sektionen, Altersgruppen, Jugendarbeit, aber auch eine erwachsene Kampfmannschaft.

Gelebte Integration


 „Viele reden von Integration, aber hier findet Integration wirklich statt“, sagt Bubalović. Neben kroatischen Kindern spielen beim SK Cro Vienna auch verschiedene andere Nationen, von Afghanen über Serben bis hin zu Türken, Rumänen. Und sie alle sind gelichermaßen ambitioniert. „Das nächste Ziel für die Kampfmannschaft ist es, in die Wiener Stadtliga zu kommen“, so Bubalović.

Wie erfolgreich die Kampfmannschaft in Zukunft sein kann, hängt weitgehend davon ab, ob es gelingt, die Talente zu halten. Dennoch bedauert es Bubalović nicht, wenn er Spieler an „die Großen“ verliert, sondern freut, dass sich seine jungen Fußballer in noch professionelleren Strukturen weiterentwickeln können. „Das ist letztendlich eine Anerkennung für unsere Arbeit und unsere Trainer. Natürlich fehlen uns diese Spieler, aber auf der anderen Seite sind wir nicht dafür da, sie in ihrer Entwicklung zu behindern. Wenn sie es verdienen, sollen sie den nächsten Schritt gehen“, sagt Bubalović.

Sponsoren gesucht

Das Hauptproblem des Clubs sind, wie auch bei vielen anderen Clubs, die Finanzen. Obwohl Cro Vienna als einer von wenigen kleinen Clubs auf diesem Niveau auch eine Jugendarbeit hat, hat der Club bisher keinen größeren Sponsor gefunden, der ihm seine Zukunftsperspektiven erleichtern würde.

„Wir hoffen, dass wir in absehbarer Zukunft einen Sponsor finden, der unseren Einsatz und unsere Arbeit unterstützen wird. Wir glauben, dass der Club nicht nur als Club wichtig ist, sondern auch für die Eltern der Kinder und für die Fußballer und den Sport und für unsere Gemeinschaft insgesamt“, schließt Ruža Stjepanović.

Petar Rosandić / KOSMO

Homepage: SK CRO Vienna

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook