BILDUNG 24.07.2014

Nominierung von FPÖ-Politiker sorgt für Aufregung

Maximilian Krauss soll der stellvertretende Präsident des Stadtschulrats Wien werden. Der junge FPÖ-Politiker fiel bisher mit diskriminierenden Aussagen auf.

21-jährige FPÖ-Politiker und schlagende Burschenschafter ist als Bezirksobmann der FPÖ Josefstadt tätig. Wie er in einem STANDARD-Interview erklärte, gehört zu seinem politischen Programm die Separierung von „ausländischen Schülern“ in „Ausländerklassen“ oder „chemische Kastration von Kinderschändern“. Nach Recherchen der Organisation SOS Mitmensch forderte Krauss u.a. die Ausweisung von Zuwanderern „mit türkischem Blut“, sprach in seinem Blog von „Ausländer-Terror“ und bezeichnete den Wiener Bürgermeister Michael Häupl als „Türken-Bürgermeister“, der den Eindruck mache, „seine Befehle direkt aus Ankara bekommen“.

Breiter Widerstand

Gegen Krauss‘ Bestellung als Stadtschulrat-Vize formiert sich nun ein breiter Widerstand: SPÖ-Gemeinderätin Tanja Wehsely forderte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache auf, die Nominierung „sofort zurückzuziehen“. Auch Stadtschulrat-Präsidentin Susanne Brandsteidl ist dagegen: „In diesem Amt kann keine Verhetzung und Ausländerfeindlichkeit geduldet werden“, so Brandsteidl. Wiens Bürgermeister Michael Häupl will sich zunächst selbst ein Bild von Krauss machen und keine Vorverurteilungen vornehmen, meldet derStandard.at. Kritik kommt auch von den Grünen. Der grüne Klubobmann David Ellensohn bezeichnete Krauss‘ Äußerungen als „unappetitlich und unqualifiziert“, ÖVP-Landeschef Manfred Juraczka spricht von Krauss als einem von der „Hetzabteilung“.

Die FPÖ erteilt Wehselys Forderungen eine Abfuhr. Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sei Maximilian Krauss ein starker Interessensvertreter von autochthonen, gut integrierten und integrationswilligen Wiener Schülern.

KOSMO-Redaktion

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