BOSNIEN-HERZEGOWINA 30.07.2014

Neue Arbeiterproteste in Tuzla

© zVg.
Im der bosnischen Stadt Tuzla demonstrierten heute über 500 Menschen. Die Lage habe sich seit den Protesten im Februar nicht gebessert, heißt es von den Demonstranten.


Heute Vormittag versammelten sich laut Berichten bosnischer Medien etwa 500 Arbeiter aus stillgelegten staatlichen Betrieben zu einer Protestaktion vor dem Sitz des Kantonsgerichts in Tuzla. Laut Berichten schlossen sich ihnen im Laufe des Vormittags immer mehr Menschen an. Die Demonstranten äußerten ihre Unzufriedenheit mit der neuen Kantonsregierung, die sie im Stich gelassen habe. Die Rechte der Arbeiter werden nicht berücksichtigt; seit Februar habe sich ihre Lage nicht verbessert, heißt es von Seiten der Protestierenden.

Die als Bosnischer Frühling bezeichneten Proteste im vergangenen Februar hatten ursprünglich in Tuzla ihren Ausgang genommen (siehe KOSMO-Bericht). Unter dem Druck der Protestbewegung waren Regierungsmitglieder zurückgetreten und in den Kantonen Tuzla und Sarajevo Bürgerversammlungen eingerichtet worden, die an der Einrichtung einer Expertenregierung bis zu den regulären Wahlen im Oktober arbeiteten. Den Arbeitern der geschlossenen Staatsbetriebe war die Inbetriebnahme mehrerer stillgelegter Fabriken versprochen worden, was bisher nicht geschehen war.

"Die friedlichen Proteste werden weitergehen, bis die kriminellen Machenschaften bei der Privatiesierung von Staatsbetrieben aufgedeckt werden", sagte Enes Tanović, Präsident der neu formierten Gewerkschaft Solidarnost heute Vormittag.

KOSMO-Redaktion

Bosnien: Rücktritte und mögliche Neuwahlen nach Protesten

Tuzla: 130 Verletzte nach neuen Protesten


Wien: Solidarität mit dem Bosnischen Frühling

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook