TERROR IN ZVORNIK 29.04.2015

Mutter des Zvornik-Attentäters: „Mein Sohn wurde verführt“

Nach dem Anschlag auf die Polizeistation in Zvornik melden sich Familie und Nachbarn des Opfers zu Wort.


„Nerdin hatte die medizinische Schule abgeschlossen und er hatte früher viele Freunde, auch Serben“, sagte Halima Ibrić, die Mutter des Attentäters von Zvornik, in einem Interview mit dem TV-Sender N1. „Aber in letzter Zeit ging er öfter nach Dubnica, wo er betete, denn er war überzeugt, dass unsere lokalen Efendis das nicht richtig machen“, erklärt die Mutter.

„Ich sagte ihm, dass er dort nicht hingehen soll. In letzter Zeit war er sehr still und nachdenklich“, erklärt sie weiter. „Ich sagte ihm, dass er wegen diesen Leuten in den Tod gehen würde und ich alleine bleiben würde“, erklärt die Frau.

Von den Radikalen verführt


Nachbarn beschreiben Nerdin Ibrić gegenüber dem Online-Portal klix.ba als „problematisch und sehr zurückgezogen“. Er habe sich in der letzten Zeit seltsam verhalten, aber niemandem Ärger bereitet. Die Nachbarn halten seine Tat als eine Folge des Traumas durch den Krieg in Bosnien-Herzegowina, bei dem sein Vater getötet worden war.

„Er war ein guter Junge, aber er wurde verführt. Sein Trauma wurde ausgenutzt, um ihn in ihre Reihen zu bringen“, sagte Rifat Ramić, der Cousin des Täters, der beteuert, er habe ihn versucht mehrmals von der wahhabitischen Bewegung abzubringen.

KOSMO-Redaktion

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