INTERVIEW HALID BEŠLIĆ 19.11.2014

„Musik bedeutet Liebe“

© zVg.
Schon 35 Jahre ist Halid Bešlić ein Vollblutmusiker und ein beliebter Star in unserer Region. Und wo er hinkommt, geht die Stimmung hoch. Wir trafen bei seinem Wien-Konzert im November.


KOSMO: 2009 hatten Sie einen schweren Autounfall und waren 12 Tage im Koma. Wie geht es Ihnen heute?


Halid Bešlić: Mehr als gut. Ich bin froh, dass ich wieder singen und für mein Publikum da sein kann. Damals fühlte ich mich wie ein Kind. Später hat man mir erklärt, dass man mir zu meiner Rettung Wasser aus der Lunge pumpen musste und sie so auch gereinigt hatte – und schon darum habe ich anschließend aufgehört zu rauchen.

Wenn das Leben bedroht ist, kann man alte Gewohnheiten wie das Rauchen leichter aufgeben?

Das könnte man sagen, aber so muss es nicht sein. Mein Problem ist eine andere Folge des Unfalls, und zwar, dass ein Teil meines Kinns noch brennt, sodass ich keine Zigarette halten kann. Das ist die eine Sache. Und die andere Sache: Ich sehe, dass ich ohne Zigaretten auskomme, also wozu sollte ich wieder anfangen...

Mit Ihrer Frau Sejda sind Sie seit 1978 verheiratet. Was ist das Geheimnis Ihrer Ehe, können Sie uns das verraten?

Es gibt kein besonderes Geheimnis. Arbeit, Ordnung, Disziplin und Respekt haben uns all diese Jahre zusammengehalten.

Sicher gibt es Lieder, die Sie ihr gewidmet haben?

Alle Lieder gehören ihr. Denn ich habe auch alle Lieder nach den Themen ausgewählt und sie sind alle über Gefühle und Liebe.

Und welches ist Ihr Lieblingslied?

Naja, vielleicht „U meni jesen je“ („In mir ist es Herbst“), in dem es heißt ,,Sve isto je k’o nekada, sve isto je, ali ništa isto nije“... („Alles ist so wie früher, alles ist gleich, aber nichts ist dasselbe“...). Von all meinen Liedern ist es mir das liebste.

Der serbische Minister Ivica Dačić singt gerne Ihr Lied „Miljacka“ - bekannt für die Zeile ,,Ko bi rek’o čuda da se dese“ („Wer hätte gedacht, dass es noch Wunder gibt“)

Ja, und ich kann Ihnen sagen, er tut das auf sehr sympathische Weise. Ich hatte die Gelegenheit, ihn kennenzulernen, mit ihm Zeit zu verbringen und gemeinsam mit ihm zu singen. Von allen Politikern, die ich gehört habe, singt er am besten.

Wenn Sie heute jemanden beraten sollten, der Sänger werden wollte – was würden Sie ihm sagen?

Singen ist Liebe. Wie sehr du das Singen liebst, so viel Erfolg wirst du haben. Aber natürlich braucht man außer der Liebe auch Talent und Beharrlichkeit.

Sie leben in Sarajevo und haben in den 90-er Jahren in Stuttgart gewohnt. Würden Sie vielleicht irgendwann auch nach Wien ziehen?

Mir gefällt Wien sehr gut, besonders der erste Bezirk. Ich kann Ihnen sagen, dass das für mich kein Problem wäre. Ich glaube, jetzt würde ich nicht umziehen, aber wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich gerne Wien wählen.

Interview: Sandra Radovanović / KOSMO

Dragana Mirkovic: "Hier entsteht mein eigenes Museum"

Die Revolution des Sevdah

Harte Rocker mit weichen Herzen

Aktuelle Ausgabe

Aktuelle Ausgabe als PDF zum Nachlesen

COVER STORY:
Österreichs Beschützer
INTERVIEW:
Rap-Legende Juice
REPORTAGE:
Teure Geburstage

Zusendung

Lassen Sie sich KOSMO bequem nach Hause zusenden! Versandkostenbeitrag nur 11,- EUR (10 Ausgaben).
Zum Bestellformular

Facebook