PANORAMA 08.04.2014

Mütter von Srebrenica klagen die Niederlande

Der Völkermord von Srebrenica im Juli 1995 hat nun ein Nachspiel vor einem Zivilgericht in den Niederlanden.

Vor dem Gericht in Den Haag haben nun Angehörige der Opfer, die in der Organisation „Mütter von Srebrenica“ vereint sind, den niederländischen Staat auf Schadensersatz geklagt. Im Juli 1995 kam es zur Hinrichtung von 8.000 Bosniaken, vorwiegend Männern und jungen Burschen, unmittelbar nachdem bosnisch-serbische Milizen die Stadt eingenommen haben.

"Es geht um unser Leid"

Da Srebrenica damals eigentlich eine UN-Schutzzone war, sehen die „Mütter von Srebrenica“ eine Mitschuld bei den niederländischen Blauhelmsoldaten, die trotz der Hinrichtungen nicht eingegriffen haben. “Geld kann unsere getöteten Kinder nicht wiederbringen, aber es geht um unser Leid, unseren Schmerz und um 19 Jahre Wartezeit auf diesen Moment. Die Niederlande sollen endlich aussprechen, was damals wirklich geschah unter dem Schutz ihrer Soldaten, ihrer Flagge und unter ihren Augen. Aber sie schweigen immer noch still”, sagte Munira Subašić aus der Organisation.

Gute Aussichten


Dass die „Mütter von Srebrenica“ mit ihrem angestrebten Prozess durchaus Erfolgsaussichten haben, zeigt auch die Zivilgerichtsklage von Hasan Nuhanović, einem bosnischen Übersetzer und Überlebenden des Massakers von Srebrenica. Dieser verklagte die Niederlande, da die UN-Truppen unter anderem seinen Bruder nachweislich an serbische Truppen ausgeliefert haben. Das erstinstanzliche Urteil, nach welchem die Niederlande für den Tod von drei Familienangehörigen sind, wurde am 13. September des letzten Jahres vom Hohen Rat bestätigt.

KOSMO-Redaktion

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