WAFFENGESCHÄFTE 30.01.2015

Moskau: „Bosnien soll keine Munition an Kiew liefern“

© zVg.
Russland forderte die Regierung von Bosnien-Herzegowina auf, die angekündigten Munitionslieferungen an Kiew zu unterlassen.


Die von Bosnien-Herzegowina geplanten Waffenlieferungen an die Regierung der Ukraine sorgen für Spannungen mit Russland. Nun wandte sich der russische Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch direkt an die bosnischen Behörden. Russland sei „mit Sorge auf die Informationen über eine mögliche Munitionslieferung in die Ukraine aufmerksam geworden“, wird der Außenamtssprecher von der Nachrichtenagentur AFP zitiert.

„Mit dieser Waffe werden Kiewer Sicherheitskräfte weiterhin Wohnorte beschießen und Zivilisten töten“, so Lukaschewitsch. „Ein solches Vorhaben kann nur Verurteilung und Befremden hervorrufen – insbesondere, weil diese Lieferungen aus einem Land erfolgen sollen, das alle Schrecken des Bürgerkrieges 1992/1995 am eigenem Leib erfahren musste“, heißt es weiter.

Rücktritt von bosnischem Minister

Lukaschewitsch rief die Behörden in Bosnien-Herzegowina auf, das Vorhaben aufzugeben, Munition an Kiew zu liefern und wies darauf hin, dass solche Waffenlieferungen gegen internationales Recht und OSZE-Verpflichtungen verstoßen.

Erst vergangene Woche trat der bosnische Handels- und Wirtschaftsminister Boris Tučić von seinem Amt zurück, nachdem er keine Zustimmungen zu Waffengeschäften mit der Ukraine geben wollte. Tučić ist Mitglied Unabhängigen Sozialdemokraten (SNSD) unter Milorad Dodik im Landesteil Republika Srpska, die bisher eigentlich einen pro-russischen Kurs gefahren hat.

KOSMO-Redaktion

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