INTERVIEW 04.04.2013

Mitterlehner: "Die Österreichischen Anleger sind sicher!"

© Wiener Bezirkszeitung
Die staatliche Einlagensicherung ist und bleibt garantiert. Darauf können sich österreichische Sparer verlassen.

Welche Konsequenzen kann die aktuelle Lage in Zypern für die EU- und österreichische Wirtschaft haben?
Für Österreichs Wirtschaft sehe ich unmittelbar keine Konsequenzen, weil es keine Kreditklemme gibt und die Finanzierbarkeit der Unternehmen gesichert ist. Heuer wachsen wir schon das zwölfte Jahr stärker als die Eurozone und liegen auch bei der Beschäftigung im Spitzenfeld. Durch die gut laufende Erschließung neuer Märkte außerhalb Europas profitieren wir vom stärkeren Wachstum in Zukunftsmärkten wie Brasilien, Russland, China und Indien. Gleichzeitig verteilen wir damit auch unser Risiko besser.

In Österreich sind alle Einlagen bis 100.000 Euro sicher. Können Österreichs Banken diese Gewährleistung auch langfristig einhalten?

Die staatliche Einlagensicherung ist und bleibt garantiert. Darauf können sich österreichische Sparer verlassen.

Sie erwarten ein Wirtschaftswachstum für 2014 von 2%. Welche Branchen könnten davon meistens profitieren?
Umfragen des Wifo zeigen, dass sich Auftragslage und Stimmung zuletzt vor allem im Investitionsgüterbereich verbessert haben. Auch der Tourismus läuft gut. Dazu haben wir im Vorjahr einen neuen Exportrekord geschafft, was für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und die guten Rahmenbedingungen am Standort Österreich spricht. Österreichische Produkte sind weltweit begehrter denn je.

Aus der ÖVP – u.a. auch von Ihnen – kommen in letzter Zeit Initiativen zur Änderung des Mietrechtsgesetzes und einer Reform des Wohnbausektors. Was stört Sie am österreichischen Wohnbau?
In den vergangenen Jahren sind die Preise für Wohnraum stark gestiegen. Daher haben wir ein Reformpaket für erschwingliches Eigentum und bezahlbare Mieten erarbeitet. Uns geht es dabei vor allem um die Schaffung von neuem Wohnraum, die Mobilisierung bestehender Wohnungen und nicht zuletzt darum, Österreich zum Land der Eigentümer zu machen. Eigentum ist die beste Antwort auf überhöhte Mietpreise und schafft Sicherheit.

Sie wollen zusammen mit Bildungsministerin Schmid und Integrationsstaatssekretär Kurz gegen das Schulschwänzen. Sind Sie optimistisch, dass dieses Paket noch vor Herbst verabschiedet wird?
Ja, der parlamentarische Fahrplan ist so aufgesetzt, dass unser Paket am 1. September in Kraft treten kann. Damit schaffen wir klare Spielregeln, um die Ursachen für das Fernbleiben vom Unterricht früher zu erkennen und die Kommunikation zwischen Schülern, Eltern und Schule zu verbessern. Strafen für beharrliche Schulpflichtverletzungen sind dabei nur das letzte Mittel.

Sie haben die Gleichstellung von Fachschulabschlüssen mit zahlreichen Lehrlingsausbildungen geregelt. Erhoffen Sie sich dadurch mehr Fachkräfte für die Zukunft?
Ja, Jugendliche mit bestimmten Fachschulabschlüssen müssen von den Betrieben ab sofort zu den gleichen Konditionen angestellt werden wie jemand, der eine fachlich vergleichbare Lehrzeit ohne Lehrabschlussprüfung absolviert hat. In der Praxis haben die Schulabgänger damit Anspruch auf ein deutlich höheres Einstiegsgehalt.

KOSMO-Redaktion

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