BALKAN 10.01.2014

Milosevic-Witwe will serbischen Staat verklagen

© zVg.
Die Witwe des ehemaligen serbischen Staatspräsidenten Slobodan Milošević kündigt rechtliche Schritte gegen die Beschlagnahmung der Milosević-Villa in Belgrad an.

Marijana Marković, die Witwe des ehemaligen serbischen Machthabers Slobodan Milošević, gab an, dass sie bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen würde, um eine Klage gegen den serbischen Staat einzubringen. Das meldete die serbische Tageszeitung Blic. Der Grund ist ein kürzlich gefälltes Urteil, die Villa ihres verstorbenen Mannes in serbisches Staatseigentum zu überführen. Milošević hatte die Immobilie am Rande Belgrads am Gipfel seiner Macht für nur 5.000 Deutsche Mark (ca. 2.500 Euro) erworben. Dem aktuellen Urteil war ein siebenjähriger Rechtsstreit zwischen dem serbischen Staat und den Angehörigen des Verstorbenen vorausgegangen.

Ein Freund der Familie hatte der serbsichen Zeitung mitgeteilt, dass Marković zuerst sämtliche Rechtsmittel in Serbien ausschöpfen wolle, bevor sie den Schritt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen würde. Die Familie sei überzeugt, ein Anrecht auf die Immobilie zu haben.

Marijana Marković lebt mit ihrem Sohn Marko in Russland, wo sie politisches Asyl bekommen hat, um einer rechtlichen Verfolgung in ihrer Heimat zu entgehen. Milošević war 2001 wegen seiner Rolle im Jugoslawienkrieg verhaftet und an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausgeliefert worden. Er verstarb 2006 in der Haft, noch bevor ein Urteil gefällt werden konnte.

KOSMO-Redaktion

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