SERBIEN 16.10.2014

Militärparade in Belgrad: Kontroverser Besuch Putins

© zVg.
Wladimir Putin besucht heute Belgrad anlässlich der Militärparade, mit welcher Serbien an die Befreiung von der deutschen Besatzung vor 70 Jahren gedenkt. Dieser Besuch stößt nicht nur in den westlichen Ländern auf Skepsis.

Zum 70. Jahrestag der Befreiung Serbiens findet die erste Militärparade nach 29 Jahren statt (siehe KOSMO-Bericht). Wegen dem Besuch des russischen Präsidenten wurde diese sogar um vier Tage vorverlegt.  Der russische Staatschef kommt, um an die Einheiten der Roten Armee zu erinnern, die im Oktober 1944 zusammen mit den jugoslawischen Partisanen Belgrad befreite.

Der serbischen Presse zufolge, soll es die größte militärische Machtdemonstration seit 1985 sein. Insgesamt werden 4.500 Soldaten vor Putin und der serbischen Staatspitze aufmarschieren. Vom Präsidenten der serbischen Republik, Milorad Dodik, wurde ein kostenloser Transport für diejenigen, die an der Parade teilnehmen möchten, organisiert. Insgesamt wurden zehn Busse zur Verfügung gestellt, welche aus Banja Luka, Bijeljina, Zvornik, Doboj, Šamac, Ugljevik und Brčko nach Belgrad fuhren.

„Es ist natürlich, dass man Lampenfieber hat, wenn Wladimir Putin zuschaut“, so Generalmajor Milosav Simović. Verteidigungsminister Branislav Gasić zufolge, zeugt diese Parade vom Stolz des Landes. Bei westlichen Staaten stößt  diese jedoch auf Skepsis:  Serbien lehnt als einziger EU-Beitrittskandidat die Brüsseler Sanktionen gegen Russland ab.

Kritik an Putins Besuch


Der US-Botschafter in Belgrad, Michael Kirby, stellte öffentlich die Frage, warum Putin zum Stargast der Parade gewählt wurde. Schliesslich sei Belgrad von der 3. Ukrainischen Front unter Armeegeneral Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin befreit worden. Diese waren ein Teil der Roten Armee. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ist in Belgrad jedoch nicht eingeladen.

Auf die Frage der Medien, ob sich Serbien jetzt zwischen der EU und Russland entscheiden müsste, meinte Vučić : „Putin wird von uns hören, dass Serbien auf dem Weg nach Europa ist, mit der russischen Föderation haben wir andere Beziehungen“.

Gegen Einwände und Kritik die es anlässlich dieser Militärparade gab, meinte Vučić : „Es gibt wichtigere Fragen auf der Erdkugel“ als den Besuch Putins in Belgrad. Desweiteren betonte er, es sei  wichtig dass Serbien denen Respekt zollt,  die Belgrad befreiten.

KOSMO-Redaktion

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