POLITIK 26.02.2015

Wirtschafskammerwahl: Migrantischer Phantom-Kandidat auf FPÖ-Liste

© zVg.
Der IT-Unternehmer Sandro Dokić wurde ohne sein Einverständnis auf die FPÖ-Liste bei den Wiener Wirtschaftskammerwahlen gesetzt. Dokić überlegt rechtliche Schritte.


Das Erstaunen war groß für Sandro Dokić, als er entdeckte, dass sein Name auf der Wahlliste der FPÖ bei den derzeit stattfindenden Wirtschaftskammerwahlen (24. Bis 26. Februar) befindet. Der selbstständige IT-Unternehmer war vergangene Woche von Bekannten darauf aufmerksam gemacht worden. Er selbst gibt an, niemals mit der FPÖ zusammengearbeitet zu haben und schon gar nicht bei diesen Wahlen angetreten zu sein. Dass es sich um einen zufälligen Namensvetter handelt, scheint jedenfalls unwahrscheinlich – denn auch das Geburtsdatum des „FPÖ-Kandidaten“ stimmt mit dem von Dokić überein.

„Zur Partei habe ich überhaupt keinen Kontakt. Ich habe einmal ein paar freiheitliche Funktionäre kennengelernt, aber nur flüchtig und oberflächlich. Aber ich habe sicher nichts unterschrieben, mit Politik habe ich nichts zu tun“, sagte Dokić in einer Aussendung. Dokić gab im Gespräch mit KOSMO an, sich derzeit über mögliche rechtliche Schritte gegen den Missbrauch seines Namens zu informieren.

„Fischen nach serbischen Wählern“

Scharfe Kritik gibt es auch vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband (SWV): „Ist das etwa der letzte Schmäh, mit dem die FPÖ nach serbischen Wählern fischt, wenn sie diese mit falschen Tatsachen für sich gewinnen will?“,  kritisiert Darko Marković, Sprecher des Referats „Mi“ im Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband Wien, und spricht von einer "manipulativen Vorgehensweise" der blauen Wirtschaftskammerfraktion.

KOSMO-Redaktion

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