INTERVIEW 13.08.2013

„Mein Ziel ist die Weltspitze!“

© KOSMO / Radule Božinović
Box-Champion Marcos Nader im KOSMO-Interview über die Herausforderung seines Box-Kollegen Gogi Knežević, seine steile Karriere und die Verbindung zu seinen serbischen Wurzeln.

Marcos Nader (23) boxt seit seinem siebten Lebensjahr. Kürzlich krönte er seine Karriere mit dem Titel EU-Meister im Mittelgewicht.

Nachdem der bekannte Boxer Gogi Knežević (32) in unserer letzten Nummer verkündete, dass sich sein Kollege „Marcos Nader fürchtet, mit ihm in den Ring zu steigen“, herrscht in den hiesigen Medien zwischen den beiden österreichischen Spitzenboxern eine gespannte Atmosphäre. Nader (23), EBU-Europameister, reagierte schnell auf Gogis Erklärungen und bot ihm ein Sparring an, aber keinen Kampf, in dem beide um einen der errungenen Titel kämpfen würden.

Wir haben mit Marcos Nader gesprochen, um auch seinen Standpunkt zum aktuellen Medienduell zwischen den beiden bekanntesten österreichischen Profiboxern zu hören.

KOSMO: Aktuell ist das Angebot Gogis, dass ihr euch im Ring messen solltet, eines der wichtigsten Themen in den Medien. Fürchtest du dich wirklich vor Gogi, wie er behauptet?

Marcos Nader: Nein, überhaupt nicht. Die Sache ist die, dass Gogi in der offiziellen Weltrangliste auf Platz 168 liegt und ich auf Rang 19. Diese Tatsache zeigt, dass Gogi einfach einen Titelkampf geschenkt bekommen will. Das ist das Ziel seiner Provokationen in den Medien. Ich liege weit vor ihm, und jeder, der sich im Boxsport ein bisschen auskennt, weiß, dass ich in der Champions League spiele und Gogi in der Regionalliga. Dieses Duell hätte für mich keinen Sinn, und auch nicht für meine Promoter vom Sauerland-Team. Wir schauen nach vorne und nicht nach hinten. Wenn er unbedingt will, können wir unsere Kräfte beim Sparring messen, wie ich es ihm ja schon angeboten habe. Übrigens habe ich Gogi schon mit 14 bei mehreren Sparrings im Ring besiegt. Nichts leichter als das.

Dieses Jahr hast du den EU-Meistertitel in der renommierten EBU-Version gewonnen. Hast du damit den Höhepunkt deiner Karriere erreicht?

Wenn ich auf meine bisherige Karriere zurückblicke, sicher. Aber obwohl mir dieser Titel viel bedeutet und zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, ist er sicher nicht das Ende der Geschichte. Er ist eigentlich erst der Anfang. Ich habe ernsthafte Promoter in Deutschland und ein ganzes Team um mich herum, mit dem ich an die Weltspitze kommen will. Das ist mein Traum, für den ich jeden Tag lebe und kämpfe.

Wie ist das gelaufen, dass du vom Amateurboxen zu den Profis gekommen bist?

Die Sauerland-Scouts haben mich schon seit 2007 beobachtet. Nachdem ich ein Turnier in Mexiko gewonnen hatte, haben sie mir kurz darauf einen Profivertrag angeboten. Im Amateurboxen habe ich insgesamt 120 Kämpfe absolviert.

Deine Mutter stammt aus dem serbischen Kruševac. Welche Beziehung hast du zu Serbien?

Ich muss gestehen, dass es mir leid tut, dass ich aufgrund der Übersiedlung niemals gut Serbisch gelernt habe, aber eine Beziehung habe ich auf jeden Fall. Vor allem dann, wenn wir unsere Musik hören.

Hast du Vorbilder?

Meine Vorbilder sind die Sportler, die es durch ihren Willen und ihren Einsatz an die Spitze geschafft haben, angefangen von Đoković bis hin zu David Alaba, mit dem ich übrigens gut befreundet bin. Wir treffen uns oft in Wien, und ich bin auch zu seinen Spielen in der Champions League gefahren. Mit meiner Freundin habe ich sogar das Finale in London gesehen. Das war ein echt großartiges Erlebnis.

Das Interview führte unser Reporter Petar Rosandić / KOSMO-Redaktion

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